Startseite Schlagzeilen

Dritter Weltkrieg: Milliarden würden sterben

Bei einem Atomkrieg würden bereits 75 Prozent der Weltbevölkerung an Hunger sterben. Dennoch wird das Armageddon immer wahrscheinlicher.

Artikel hören

Foto: NF24 / Canva

Die Berichte über den Einschlag einer Rakete auf Nato-Gebiet, einem polnischen Dorf an der Grenze zur Ukraine, haben wieder einmal Befürchtungen hinsichtlich eines Dritten Weltkriegs geweckt.

Obwohl der ukrainische Präsident Zelensky immer noch Russland für den Vorfall verantwortlich macht, gehen US-Beamte davon aus, dass die Rakete von ukrainischen Streitkräften abgefeuert wurde. Da Polen Mitglied der NATO ist, besteht weiterhin die Befürchtung, dass das gesamte Bündnis in einen globalen Konflikt mit Russland hineingezogen werden könnte.

Deutschland als Kriegspartei

Wenn die USA sich am Krieg beteiligen würde, würden höchstwahrscheinlich Deutschland, Frankreich, Polen und das Vereinigte Königreich folgen. Jedoch besteht zu diesem Zeitpunkt kein Grund gegen Russland zu kämpfen.

Falls es zu einem Dritten Weltkrieg kommen würde, hätte Russland schlechte Chancen gegen die Luftstreitkräfte der Nato. Eingenommene Territorien könnten nicht gehalten werden. Ob andere Länder sich Russland anschließen würden, bleibt fraglich. Jedenfalls haben die USA Im letzten Jahrzehnt ihre „Zwei-Kriegs-Doktrin“ aufgegeben. Das sollte verhindern, dass Nordkorea einen Krieg beginnt, während die Vereinigten Staaten in Kämpfe verwickelt sind.

Es bleibt unwahrscheinlich ist, dass Russland und China gleichzeitig im Pazifik und in Europa Krieg führen würden. Die USA könnte immer noch zwei große Kriege gleichzeitig gewinnen. Und das, weil die Staaten immer noch eines der bestausgerüsteten Militärs der Welt unterhalten.

Jedoch kann die USA diese Dominanz nicht ewig aufrechterhalten. Falls Russland Atomwaffen einsetzten würde, wären die globalen Folgen verheerend – selbst wenn die USA den Krieg gewinnen würde.

Joe Biden ist besorgt

Trotzdem steigen die Spannungen zwischen dem Westen und Russland weiter. Laut US-Präsident Joe Bidens schärfster Einschätzung ist die Welt einer nuklearen Katastrophe so nahe ist wie seit 60 Jahren nicht mehr.

Doch ein Atomkrieg würde nicht nur den Westen und Russland betreffen. Bei einem umfassenden Atomkrieg zwischen den USA und Russland würden die weltweiten Nahrungsmittelsysteme zerstört werden, wodurch über 5 Milliarden Menschen allein an Hunger sterben würden.

„Die Aussicht auf ein Armageddon hat es seit Kennedy und der Kuba-Krise nicht mehr gegeben“, so Joe Biden. „Putin scherzt nicht, wenn er über den möglichen Einsatz taktischer Atomwaffen oder biologischer oder chemischer Waffen spricht, denn sein Militär ist, wenn man so will, deutlich unterlegen.“

Putin und seine Beamten haben den USA und ihren Verbündeten im Zuge der Invasion in der Ukraine bereits mehrmals mit Atomwaffen gedroht. So düster und deprimierend die Aussicht auf einen Atomkrieg ist, so wahrscheinlicher wird er.

Studie zeigt Auswirkungen auf die Welt

Eine globale Studie unter der Leitung von Rutgers-Klimawissenschaftlern schätzt die Ernteproduktion nach einem Konflikt ein. Die Folgen wären verheerend für die ganze Welt.

Die Hauptautorin Lili Xia, eine Assistenzforschungsprofessorin im Fachbereich Umweltwissenschaften an der Rutgers University, und ihr Mitautor Alan Robock, ein angesehener Professor für Klimawissenschaften im Fachbereich Umweltwissenschaften an der Rutgers University, haben auf früheren Forschungen aufgebaut, um zu ermitteln, was im Falle eines Atomkriegs passieren würde.

„Die Daten sagen uns eines: Wir müssen verhindern, dass es jemals zu einem Atomkrieg kommt“, kommentiert Robock.

Xia, Robock und Kollegen haben berechnet, wie viel sonnenblockierender Ruß durch Atomwaffen in die Atmosphäre geschleudert werden würde. Die Forscher ermittelten die Rußausbreitung für eine Vielzahl von Kriegsszenarien – von kleineren indisch-pakistanischen Kriegen bis hin zu einem großen amerikanisch-russischen Krieg. Die Zerstörung basierte auf der Größe der Atomwaffenarsenale der einzelnen Länder.

Rückgang der Ernten

Selbst im kleinsten nuklearen Szenario, z. B. einem lokalen Krieg zwischen Indien und Pakistan, wäre die Zerstörung immens. Die weltweite durchschnittliche Kalorienproduktion würde innerhalb von fünf Jahren nach einem derartigen Krieg um 7 % zurückgehen.

Das Team testete auch, was im Falle eines Atomkonflikts zwischen den USA und Russland passieren würde. In diesem Fall würde die weltweite durchschnittliche Kalorienproduktion nach drei bis vier Jahre um etwa 90 % zurückgehen. Die Ernterückgänge wären in den Ländern der mittleren Breitengrade am stärksten. Dazu gehören wichtige Exportländer wie Russland und die USA.

Rückläufige Ernten könnten zu Exportbeschränkungen führen und schwerwiegende Störungen in von Importen abhängigen Regionen wie Afrika und dem Nahen Osten verursachen. Das Forschungsteam ist sich sicher, dass diese Veränderungen zu einer katastrophalen Störung der globalen Lebensmittelmärkte führen würden.

75 Prozent der Weltbevölkerung würden verhungern

Ein weltweiter Rückgang der Ernteerträge um 7 % mag nicht viel klingen, aber die Auswirkungen wären verheerend. Es wäre die größte Ernährungskatastrophe, die seit Beginn der Aufzeichnungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) im Jahr 1961 jemals verzeichnet wurde.

Und im größten Kriegsszenario – einem Krieg zwischen den USA und Russland – würden innerhalb von zwei Jahren mehr als 75 % der Weltbevölkerung verhungern. Hinzu würden die Kriegsopfer und Opfer der Strahlung kommen. Das Leben auf der Erde würde beinahe ausgelöscht werden.

YY
Quellen: openaccessgovernment.org, indy100.com