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Duell in New Hampshire: Nächste Vorwahl der US-Republikaner

Ron DeSantis ist raus aus dem Vorwahlkampf der US-Republikaner, nun richten sich alle Augen auf New Hampshire. Dort liefern sich Donald Trump und Nikki Haley einen Zweikampf.

Wen schicken die Republikaner ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur? Im US-Bundesstaat New Hampshire steht nun die nächste Vorwahl an. Dieser Hotdog-Verkäufer in Nashua hofft auf viele Kunden.
Foto: David Goldman/AP/dpa

Heute findet die nächste Vorwahl in New Hampshire im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner statt. Nachdem Ron DeSantis, der Gouverneur von Florida, das Rennen aufgegeben hat, wird die Abstimmung in dem kleinen Bundesstaat im Nordosten der USA nun zu einem Duell zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und der ehemaligen US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley.

In landesweiten Umfragen liegt Trump deutlich vor Haley. Jedoch ist der Abstand in New Hampshire wesentlich geringer: Die 52-Jährige, die einst als Diplomatin Trumps Außenpolitik auf internationaler Ebene vertreten hatte, hat aufgeholt und erhofft sich ein starkes Ergebnis.

Um Präsidentschaftskandidat in den USA zu werden, muss man zunächst in parteiinternen Vorwahlen erfolgreich sein. Im Sommer werden die Kandidaten dann offiziell bei Parteitagen ausgewählt. Die eigentliche Präsidentenwahl findet Anfang November statt.

Die erste Vorwahl-Entscheidung der Republikaner wurde Mitte Januar im Bundesstaat Iowa getroffen. Trump gewann mit einem großen Vorsprung vor DeSantis und Haley. Während in Iowa bei Parteiversammlungen abgestimmt wurde, findet in New Hampshire nun zum ersten Mal eine traditionelle Abstimmung in Wahllokalen statt. Diese schließen erst in der Nacht nach deutscher Zeit.

Auch Demokraten stimmen ab – ohne Biden auf Wahlzettel

In New Hampshire wird auch über den Kandidaten der Demokratischen Partei für das Präsidentenamt abgestimmt. Allerdings ist Amtsinhaber Joe Biden, der eine zweite Amtszeit anstrebt, nicht auf dem Wahlzettel vertreten. Der Grund dafür liegt in einem internen Streit: Die Demokratische Partei plante, den Beginn der Vorwahlen nach South Carolina zu verlegen – in einen Bundesstaat mit einer diverseren Wählerschaft, um den Stimmen der schwarzen Wähler eine größere Bühne zu bieten. Die Abstimmung dort findet am 3. Februar statt. New Hampshire wollte jedoch seinen Status als erster Vorwahl-Staat nicht aufgeben und bestand auf seinem frühen Abstimmungstermin.

Biden folgte der Parteilinie und entschied sich dagegen, auf den Wahlzettel in New Hampshire gesetzt zu werden. Dort sind jetzt nur Kandidaten aufgeführt, die weitgehend unbekannt sind und aufgrund ihrer fehlenden Bekanntheit keine Chancen haben. Als amtierender Präsident hat Biden sowieso keine ernstzunehmende Konkurrenz.

Anruf von falschem Biden löst neue Sorge um KI-Fakes aus

Einen Tag vor der Abstimmung gab es Aufregung über gefälschte Wahlkampfanrufe von Biden in New Hampshire, die Ängste vor einer manipulierten Wahl mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz schürten. In dem automatisierten Anruf wurden Demokraten im Bundesstaat aufgefordert, nicht an den Vorwahlen teilzunehmen. Solche sogenannten Robocalls sind in den USA ein übliches Wahlkampfmittel, doch die zunehmende Verbreitung von KI-Anwendungen birgt neue Risiken.

Laut der Generalstaatsanwaltschaft von New Hampshire wurden auch die Absenderinformationen der Anrufe gefälscht, um den Eindruck zu erwecken, dass sie von einem politischen Komitee der demokratischen Partei von Biden stammen.

Software, die auf Künstlicher Intelligenz basiert, kann durch die Verwendung von Tonaufnahmen darauf trainiert werden, beliebige Sätze mit den Stimmen bestimmter Personen auszusprechen. Es gibt auch Bedenken hinsichtlich der Möglichkeit, mithilfe von Software gezielt Bilder – und mittlerweile auch kurze Videos – mit beliebigen Inhalten zu erzeugen. Bisher sind bei künstlich generierten Aufnahmen oft Fehler zu erkennen, aber die Technologie entwickelt sich schnell weiter und wird immer besser.

dpa