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Dusel: Viele Akademiker mit Behinderungen ohne Job

Laut dem Behindertenbeauftragte der Bundesregierung sind Menschen mit schweren Behinderungen häufiger arbeitslos und auch deutlich länger als Menschen ohne Behinderung.

Behindertenbeauftragter Jürgen Dusel.
Foto: Michael Kappeler/dpa

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, hat kritisiert, dass Tausende von Akademikern mit Beeinträchtigungen keine Arbeit bekommen. «Das hat mit Vorurteilen zu tun», sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben Tausende von Akademikern mit Behinderungen, die keinen Job kriegen in Deutschland.» Das könne das Land sich überhaupt nicht mehr leisten.

«Es gibt keinen Job in Deutschland, ich wüsste wirklich keinen, der nicht durch einen Menschen mit einer schweren Behinderung gut besetzt werden kann, wenn die Voraussetzungen stimmen», sagte Dusel. Laut ihm sind Menschen mit schweren Behinderungen häufiger arbeitslos und auch deutlich länger als Menschen ohne Behinderung.

Laut dem dritten Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen führt diese Schieflage auch zu einer wirtschaftlichen Ungleichheit. Dem Bericht zufolge können 43 Prozent der Menschen mit Beeinträchtigungen kein Geld sparen oder zurücklegen, während es bei Menschen ohne Beeinträchtigungen nur 28 Prozent sind. Darüber hinaus unterscheidet sich das Nettovermögen von Menschen mit Beeinträchtigungen (im Durchschnitt 91.150 Euro) von dem von Menschen ohne Beeinträchtigungen (im Durchschnitt 118.063 Euro).

«Sicherlich ist es so, dass Familien, in denen behinderte Kinder leben – und das sind dann oftmals alleinerziehende Mütter – ein höheres Armutsrisiko haben», ergänzte Dusel.

dpa