Umsetzung der Energiewende und Haushaltsmittel bereiten Sorge, Zufriedenheit mit Rahmenbedingungen uneinheitlich
Engpass bei ehrenamtlichen Bürgermeistern in Deutschland, Bundespräsident Steinmeier sucht Lösungen

Gehen Deutschlands Gemeinden die ehrenamtlichen Bürgermeister aus? Diese Sorge haben zumindest viele aktuelle Amtsinhaber. In einer Forsa-Umfrage für die Körber-Stiftung gaben 71 Prozent der 1549 Befragten an, auf ihre Kommune komme ein «Nachwuchsproblem» zu. Nur 22 Prozent waren der Ansicht, dass es genügend geeignete Interessentinnen und Interessenten für die Aufgabe gebe. 33 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nicht wieder kandidieren würden – die meisten nannten dafür Altersgründe. 51 Prozent wollen dagegen wieder antreten.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird heute in Berlin mit etwa 80 ehrenamtlichen Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen zusammenkommen. Laut Körber-Stiftung gibt es bundesweit mehr als 6000 von ihnen.
Die ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sehen das Umsetzen von Maßnahmen im Zuge der Energiewende (89 Prozent) als große oder sogar sehr große Herausforderung an. Gleich danach kommt die Sorge um fehlende Haushaltsmittel (86 Prozent). 63 Prozent beurteilten die finanzielle Situation ihrer Gemeinde als weniger gut oder schlecht. Die Aufnahme von Geflüchteten, die viele Kommunen belastet, folgt mit 58 Prozent erst auf Platz sechs.
Hälfte ist unzufrieden mit Rahmenbedingungen
In der Umfrage zur Zufriedenheit mit den Rahmenbedingungen des Ehrenamts ergibt sich kein eindeutiges Bild. 49 Prozent gaben an, eher oder sehr zufrieden zu sein, während 50 Prozent eher oder sehr unzufrieden waren.
Die überwiegende Mehrheit der Umfrageteilnehmer fühlt sich von den Bürgerinnen und Bürgern sowie ihrem Gemeinderat (jeweils 83 Prozent) stark bis sehr stark anerkannt und wertgeschätzt. Die gefühlte Wertschätzung durch die jeweilige Landesregierung hingegen ist mit 14 Prozent niedrig, während die Anerkennung durch die Medien ebenfalls bei 28 Prozent liegt.








