Neue Informationen über das Liebesleben von Konrad Adenauer tauchen auf: Der BND soll in den 1960er Jahren ein mögliches Verhältnis des Kanzlers mit einer deutlich jüngeren Ärztin untersucht haben. Eine Tochter der Medizinerin widerspricht jedoch den Behauptungen des Geheimdienstes.
Enthüllt: BND erkundete Adenauers geheime Beziehungen und mögliche Vaterschaft

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat sich in der Vergangenheit intensiv mit dem Privatleben von Konrad Adenauer, dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, beschäftigt. Dies geht aus einem 13-seitigen Vermerk hervor, der am 8. Februar 1961 verfasst wurde. Der Bericht, auf den sich verschiedene Medien berufen, deutet darauf hin, dass Adenauer ein Liebesverhältnis mit einer deutlich jüngeren Ärztin gehabt haben soll.
Im Jahr 1954 begleitete die junge Medizinerin Dr. Roswitha Theile-Schlüter den damals 78-jährigen Kanzler auf einer offiziellen Reise nach Griechenland und in die Türkei. Bereits zu dieser Zeit gab es Gerüchte über eine mögliche Affäre zwischen dem zweifachen Witwer und der Ärztin, die fast ein halbes Jahrhundert jünger war als Adenauer. Laut dem BND-Bericht soll die Ärztin schwanger geworden sein, bevor sie jedoch einen anderen Mann heiratete, der die Vaterschaft des Kindes nicht anfocht.
Der BND und seine Ermittlungen
Der BND-Mitarbeiter Friedrich Decker, der den Vermerk verfasste, berief sich auf Informationen eines Leibwächters Adenauers. Dieser war befragt worden, weil eine Sekretärin im Kanzleramt in einer Beziehung mit einem Agenten der DDR stand. Der BND wollte herausfinden, ob die Sekretärin brisante Informationen nach Ost-Berlin weitergeben konnte. Decker sprach in seinem Bericht von „explosiven Kenntnissen“.
Reaktionen auf die BND-Behauptungen
Die Tochter von Dr. Roswitha Theile-Schlüter, Sigrid Schlüter, äußerte sich skeptisch zu den Behauptungen des BND. Sie erklärte, dass Adenauer nicht ihr Vater gewesen sei. Ihre Mutter habe zudem rund 200 Briefe des Kanzlers hinterlassen, deren Veröffentlichung in Planung sei. Diese Briefe würden ihrer Meinung nach keinen Hinweis auf eine Liebesbeziehung zwischen Adenauer und ihrer Mutter enthalten.
Konrad Adenauer war von 1949 bis 1963 Bundeskanzler und hatte von 1951 bis 1955 auch das Amt des Außenministers inne. Seine politische Laufbahn begann bereits im Kaiserreich und setzte sich in der Weimarer Republik fort, wo er von 1917 bis 1933 als Oberbürgermeister von Köln tätig war. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde er seiner Ämter enthoben und zeitweise inhaftiert. Die Diskussion um Adenauers Privatleben wirft Fragen auf, die bis heute von historischem Interesse sind. Die Enthüllungen des BND könnten neue Perspektiven auf das Leben und die politischen Entscheidungen des Kanzlers eröffnen. Um mehr über die Hintergründe zu erfahren, kann man sich auch mit der Thematik der Familiengeschichte entschlüsseln auseinandersetzen.








