Das veröffentlichte Material im Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein enthält viel Verstörendes. Für weitere Anklagen reicht es trotzdem nicht, meint der stellvertretende US-Justizminister.
Vize-Justizminister: Keine weiteren Anklagen in Epstein-Fall

Das US-Justizministerium plant nach der Veröffentlichung der Ermittlungsakten im Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein vorerst keine weiteren Anklagen. Bei der Prüfung der Epstein-Akten sei darin nichts gefunden worden, was dem Ministerium eine Strafverfolgung ermöglichen würde, sagte der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche dem US-Sender CNN. Die ganze Welt könne sich nun das veröffentlichte Material ansehen und selbst «beurteilen, ob wir uns geirrt haben», sagte er weiter.
Der Vize-Justizminister räumte ein, dass das veröffentlichte Material Verstörendes enthalten habe. «Es gibt viele schreckliche Fotos, die offenbar von Herrn Epstein oder von Menschen aus seinem Umfeld aufgenommen wurden, aber das erlaubt uns nicht unbedingt, jemanden strafrechtlich zu verfolgen», so Blanche.
Epstein, ein US-Multimillionär, hatte über Jahre hinweg einen Missbrauchsring geführt, in dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige Opfer wurden. Im Jahr 2019 starb er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle. Das veröffentlichte Material umfasst E-Mails, Gerichtsdokumente, ärztliche Gutachten sowie zahlreiche Fotos und Videos.
Viele bekannte Persönlichkeiten in Epstein-Akten
Das Interesse an dem Fall ist besonders groß, da Epstein enge Verbindungen zur High Society hatte. In den veröffentlichten Dokumenten tauchen viele prominente Persönlichkeiten auf, darunter auch US-Präsident Donald Trump. Es gibt jedoch keine Hinweise auf eine Beteiligung des Republikaners an dem Skandal. Der US-Präsident leugnet jegliche Verwicklung in kriminelle Aktivitäten.
Am Freitag veröffentlichte das US-Justizministerium eine letzte Charge von Ermittlungsakten. Blanche sagte, dass das Ministerium nun seine Verpflichtung erfüllt habe. Es wird jedoch als unwahrscheinlich angesehen, dass die jahrelange Debatte über die Veröffentlichung der Epstein-Akten damit beendet ist.








