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Erdogan droht Griechenland mit Raketenangriff

Der türkische Präsident Erdogan hat seine Kriegs-Rhetorik gegenüber Griechenland weiter verschärft. Droht eine Eskalation?

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.
Foto: Markus Schreiber/AP/dpa/Archivbild

Der türkische Präsident Erdogan hat im Streit um griechische Inseln im östlichen Mittelmeer indirekt mit einem Raketenangriff gedroht, sollte Griechenland «keine Ruhe geben». Griechenland sei nervös, weil die von der Türkei entwickelte Rakete «Tayfun» auch Athen treffen könne, sagte Erdogan.

Erdogan droht mit Angriff auf Athen

Erdogan hat Griechenland am Sonntag gewarnt, dass türkische Raketen Athen treffen könnten, wenn „Sie nicht ruhig bleiben“, und damit seine Rhetorik gegenüber Griechenland weiter verschärft.

„Griechenland hat Angst vor unseren Raketen. Sie sagen, dass die TAYFUN-Rakete Athen treffen wird, und das wird sie, wenn ihr nicht ruhig bleibt“, sagte Erdogan am Sonntag laut dem Journalisten Ragip Soylu, dem türkischen Büroleiter der Nachrichtenseite Middle East Eye.

Tayfun (türkisch für „Taifun“) ist eine ballistische Kurzstreckenrakete (SRBM), die von der Türkei entwickelt und am 18. Oktober letzten Jahres getestet wurde. Mit rund 560 Kilometern ist ihre Reichweite mehr als doppelt so groß wie die der derzeit bekannten Rakete im türkischen Arsenal, der Bora-1. Die Rakete kann nach Angaben der Türkei Ziele in einer Entfernung von 561 Kilometern in 456 Sekunden treffen.

Der Test ballistischer Raketen durch die Türkei habe Athen in Angst und Schrecken versetzt, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Sonntag und fügte hinzu, dass Ankara nicht tatenlos zusehen werde, wenn Griechenland seine Inseln in der Ägäis weiter aufrüstet.

Diese Art von Drohungen sind nicht neu, auch wenn sie in diesem Fall konkreter sind als sonst. Es ist nicht das erste Mal, dass Erdogan Griechenland mit einem Raketenangriff droht. Anfang November behauptete er, die neu getestete ballistische Rakete habe „Athen in ihrer Reichweite“. Vor einigen Tagen drohte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu Griechenland mit einer Invasion, wenn es seine Inseln in der Ägäis nicht entmilitarisiert. Cavusoglu sagte, die Türkei würde „plötzlich über Nacht einmarschieren“, eine Formulierung, die türkische Beamte oft und gerne verwenden.

Türkei verschärft Kriegs-Rhetorik

Die Türkei hat ihre Rhetorik gegenüber Griechenland in den letzten Monaten verschärft, da Ankara die griechischen Ägäisinseln, die nahe der türkischen Küste liegen, als zunehmend militärisch aufgerüstet betrachtet.

Griechische Beamte tun diese Äußerungen gewöhnlich als Anbiederung Erdogans an das türkische Publikum ab. Aber da Erdogan im nächsten Jahr eine schwierige Wiederwahl bevorsteht, sind sie trotzdem besorgt, dass er einen Zwischenfall als Verzweiflungstat inszenieren könnte.

In der vergangenen Woche reagierte Griechenland auf die wiederholten Kriegsdrohungen der Türkei. „Die Erklärungen türkischer Offizieller zur Entmilitarisierung der Ägäis-Inseln wurden wiederholt in ihrer Gesamtheit zurückgewiesen, und zwar auf der Grundlage einer Reihe von Argumenten, die auch in den entsprechenden Schreiben enthalten sind, die Griechenland an den UN-Generalsekretär gerichtet hat“, erklärte das Außenministerium in Athen.

bh, dpa