In einem historischen Schritt hat Marokkos König Mohammed VI. Fatima Ezzahra El Mansouri zur Regierungschefin ernannt. Diese Entscheidung markiert den ersten weiblichen Amtsinhaber in der Geschichte des nordafrikanischen Landes.
Erstmals weibliche Führung in Marokkos Regierung: El Mansouri übernimmt das Amt der Premierministerin

In einem historischen Schritt hat Marokkos König Mohammed VI. Fatima Ezzahra El Mansouri zur Regierungschefin ernannt. Diese Entscheidung markiert den ersten weiblichen Amtsinhaber in der Geschichte des nordafrikanischen Landes.
Die Ernennung von El Mansouri, die zuvor als Wohnungsbauministerin tätig war, erfolgt nach den Parlamentswahlen am 23. September, bei denen ihre Partei, die Partei für Authentizität und Modernität (PAM), als stärkste Kraft hervorging. Mit 97 Sitzen im neuen Parlament setzte sie sich gegen ihren Parteikollegen und Favoriten, Fouzi Lekjaa, durch, der als Präsident des Königlichen Fußballverbandes bekannt ist.
Politische Reaktionen und Herausforderungen
Die Ernennung wird von der Bevölkerung überwiegend positiv aufgenommen, insbesondere von jenen, die sich für eine Frauenpräsenz in Führungspositionen ausgesprochen haben. Trotz dieser Unterstützung äußern konservative religiöse Kreise Bedenken, insbesondere in Bezug auf El Mansouris Teilnahme an religiösen Zeremonien. In einem mehrheitlich muslimischen Land wie Marokko ist dies ein sensibles Thema.
Die Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen war mit nur 38 Prozent eher niedrig. Die PAM konnte sich jedoch klar gegen die bisherigen Koalitionspartner durchsetzen, darunter die Nationale Unabhängigkeitsversammlung (RNI) mit 66 Sitzen und die Istiqlal mit 65 Mandaten.
Koalitionsbildung und zukünftige Aufgaben
El Mansouri steht nun vor der Aufgabe, eine Koalitionsregierung zu bilden. Obwohl ihre Partei im Wahlkampf eine Zusammenarbeit mit der RNI ausgeschlossen hatte, zeigt sie sich nun offen für Verhandlungen und betont, dass es keine roten Linien gibt.
Die neue Regierung wird sich bedeutenden Herausforderungen stellen müssen, darunter die Überwachung der laufenden Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2030, die Marokko gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichtet. Diese Vorbereitungen kosten rund 20 Milliarden US-Dollar. Zudem muss die Regierung der weit verbreiteten Unzufriedenheit unter Jugendlichen begegnen, die sich zuletzt in Protesten äußerte.
El Mansouri hatte während des Wahlkampfs versprochen, den jungen Menschen in Marokko neue Hoffnung zu geben, was angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen von großer Bedeutung ist.
Quellen: tagesschau
Bildquelle: Bildquelle: Selina Bubendorfer auf Unsplash
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