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EU-Parlament verleiht Sacharow-Preis an Journalisten in Haft

Das Europäische Parlament würdigt zwei inhaftierte Journalisten. Was hinter der Entscheidung und den Schicksalen von Andrzej Poczobut und Msia Amaghlobeli steckt.

Der diesjährige Sacharow-Preis des Europaparlaments geht an Journalisten in Haft. (Symbolfoto)
Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Zwei inhaftierte Journalisten haben den Sacharow-Preis des Europaparlaments verliehen bekommen. Andrzej Poczobut aus Belarus und Msia Amaghlobeli aus Georgien werden mit der Auszeichnung geehrt, wie das Parlament mitteilte. Beide seien in Haft, «nur weil sie ihre Arbeit gemacht haben», sagte EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola in Straßburg. 

Preisträger in Haft

Amaghlobeli ist Journalistin und leitet mehrere Online-Medien. Laut Angaben des EU-Parlaments wurde sie im Jahr 2025 wegen ihrer Beteiligung an einer regierungskritischen Demonstration festgenommen und aus politischen Gründen zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Sie ist zu einer Symbolfigur der pro-demokratischen Bewegung geworden.

Poczobut ist Journalist aus der polnischen Minderheit in Belarus. Wie das EU-Parlament schreibt, ist er bekannt für seine Kritik an der belarussischen Regierung von Alexander Lukaschenko. «Er gilt als Symbolfigur im Kampf für Freiheit und Demokratie in dem Land», so das Parlament.

Poczobut wurde erneut von den Behörden festgenommen und zu einer achtjährigen Haftstrafe in einer Strafkolonie verurteilt. Es gibt keine Informationen über seinen aktuellen Gesundheitszustand.

Preis mit langer Geschichte

Seit 1988 wird vom Europäischen Parlament der Sacharow-Preis an Personen oder Organisationen verliehen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Im vergangenen Jahr wurde der Preis an die Opposition in Venezuela verliehen.

dpa