Eine Augenzeugin berichtet von Explosionen, Freudenschreien und menschenleeren Straßen nach der Festnahme Maduros.
US-Angriff auf Venezuela: Angst, Verwirrung, Erleichterung

Angst, Verwirrung, Erleichterung: Der US-Angriff auf Venezuela hat in der Nacht viele Menschen im Land aufgeschreckt. Doch mit der Nachricht, dass Präsident Nicolás Maduro von US-Kräften festgenommen wurde, verbinden sich auch viele Hoffnungen. Eine 56-jährige Frau aus dem Osten der Hauptstadt Caracas schildert der dpa, wie sie die Nacht erlebte:
«Es fing nach Mitternacht an. Wir haben in der Ferne Explosionen gehört und Lichter am Himmel gesehen. Ich dachte erst, es wären Böller oder Feuerwerk. Wir haben auch Flugzeuge und Hubschrauber gehört. Dann war es plötzlich ganz still. Nur, als wir gehört haben, dass Maduro gefasst wurde, waren Freudenschreie zu hören», so die Augenzeugin.
«Wir freuen uns, haben aber auch viel Angst, denn wir wissen nicht, was jetzt passiert, zumal andere Köpfe der Regierung noch da sind», so die Frau weiter. «Jetzt (9 Uhr morgens Uhrzeit) sind die Straßen hier menschenleer, wie an einem Feiertag. Alles hat geschlossen, nur die Apotheke an der Ecke ist geöffnet, aber nur als Notdienst über ein kleines Fenster.»
Berichte: Metro steht still – viele decken sich mit Lebensmitteln ein
Gemäß anderen Bewohnern der Hauptstadt ist die Metro außer Betrieb, es scheint auch keinen Linienbusverkehr zu geben. Der kolumbianische Sender Caracol berichtet von einem geöffneten Supermarkt in Caracas: Viele decken sich demnach mit haltbaren Lebensmitteln, Konserven und Wasser ein. Es werden immer nur Gruppen von 25 Menschen hereingelassen.
Auch in Mérida, einer Andenstadt in Venezuela, berichten Bewohner von nahezu verlassenen Straßen. Es gibt nur Schlangen vor einigen Supermärkten. Aber auch bewaffnete Anhänger der Regierung auf Motorrädern sind zu sehen.
Eine junge Venezolanerin am Grenzübergang zwischen Kolumbien und Venezuela nahe Cúcuta sagte dem Sender RCN: «Wir hoffen, dass jetzt alles besser wird und dass alle, die aus Venezuela geflüchtet sind, zurückkehren können. Ich werde jetzt versuchen, so schnell wie möglich zu meiner Familie in Caracas zu gelangen.» In kolumbianischen Medien wurde spekuliert, Venezuela könne die Grenzen zum Nachbarland schließen.
Ein 58-jähriger Mann, der sich zurzeit auf der bei venezolanischen Touristen beliebten Insel Margarita aufhält, sagt: «Ich mache jetzt die Whisky-Flasche auf, die ich für diesen Tag bereitgestellt hatte.»








