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Flugzeug mit Russen-General abgeschossen

Der abgeschossene Generalmajor der russischen Luftwaffe Kanamat Botaschew, 63, ist vermutlich der ranghöchste Pilot, der seit Beginn des Krieges am 24. Februar getötet wurde.

Russisches Kampfflugzeug SU-25
Russisches Kampfflugzeug SU-25 (Symbolbild)
Foto: Depositphotos

Über drei Monate tobt bereits der Krieg gegen die Ukraine und die Verluste an Material und Menschen sind auf beiden Seiten riesig. Den ukrainischen Streitkräften ist noch ein Schlag gegen Putin gelungen und ein weitere Führungskraft konnte eliminiert werden.

Ein weiterer russischer Luftwaffengeneral ist ums Leben gekommen, nachdem sein Su-25-Kampfjet von ukrainischen Streitkräften mit einer Stinger-Rakete abgeschossen worden war. Bevor Genral Botaschew in den Ruhestand ging, war er Kommandeur eines Fliegerregiments.

Der Tod Botaschews wurde gegenüber der „BBC“ von drei seiner ehemaligen Untergebenen bestätigt, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollten.

Ukraine schießt ranghöchsten Militär Putins ab

In einer Mitteilung des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte vom 22. Mai hieß es, ein russisches Su-25-Kampfflugzeug sei über der Region Luhansk abgeschossen worden.

Zu einem veröffentlichten Bild des brennenden Flugzeugs sagte ein Berater des Leiters des Innenministeriums, Anton Geraschtschenko: „In der Ferne brennen die Überreste der Su-25, die vor einer Stunde von Soldaten der 3. Kompanie der 80. Brigade im Gebiet Luhansk abgeschossen wurde. Die ‚Stinger‘ hat perfekt funktioniert.“

Dem Bericht zufolge, blieb dem Piloten keine Zeit mehr, den Schleudersitz zu betätigen.

Ein ehemaliger Kollege von Botaschew bestätigte der BBC, dass der pensionierte General in der Ukraine Einsätze auf der Su-25 durchführte.

Nach Angaben des ehemaligen Kollegen hieß es in einem der russischen Telegrammkanäle: „Heute ist Kanamat gestorben! Bezirk Popasnaja, 8:25 Uhr… Der erste Anruf der NAR-s, der zweite – Bomben… Stinger am Ausgang des Angriffs, eine Explosion in der Luft und … Das war’s.“ Der Kommentar soll kurz darauf gelöscht worden sein, berichtet „The Sun“. (NAR-s sind ungelenkte Flugzeugraketen.)

„Lebe wohl, Commander… Es gibt nur wenige Menschen auf diesem Planeten, die so sehr im Himmel gelebt haben wie du. Der Himmel nimmt die Besten, heute hat er Sie genommen“, schrieb „Fighterbomber“, in dem wichtigen Telegram-Kanal russischer Militärpiloten.

Heftige Kämpfe in der Ukraine

Um die ostukrainische Großstadt Sjewjerodonezk gibt es ukrainischen Angaben zufolge schwere Kämpfe – russische Truppen seien dort zur Offensive übergegangen. „Mit Hilfe von Artillerieunterstützung führen die russischen Okkupanten einen Angriff auf die Ortschaft Sjewjerodonezk“, teilt der Generalstab in seinem Lagebericht mit. Neben Sjewjerodonezk ist auch die nahe gelegene Stadt Lyman Ziel russischer Attacken. Auch hier werde die Bodenoffensive durch Luftangriffe und Artillerie unterstützt.

Daneben meldet der Generalstab Gefechte aus dem Raum Bachmut südwestlich von Sjewjerodonezk. Russische Truppen hätten die Ortschaften Komyschuwacha, Jakowliwka und Troitzke angegriffen, sich aber nach Verlusten wieder zurückgezogen.

Am frühen Morgen ist die Großstadt Saporischschja im Osten der Ukraine nach Behördenangaben von mehreren Raketen getroffen worden. „Heute, am 25. Mai um 05:13 Uhr haben die russischen Streitkräfte vier ballistische Raketen auf Saporischschja abgefeuert“, teilt die Gebietsverwaltung auf ihrem Telegram-Kanal mit. Eine der Raketen sei von der Luftabwehr abgefangen worden. Die Rettungskräfte seien vor Ort, um sich ein Bild von der Lage, den Schäden und möglichen Opfern des Angriffs zu machen.

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Die ukrainischen Truppen im Donbass sind nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj angesichts schwerer russischer Angriffe in einer schwierigen Lage. „In diesen Angriff wirft die russische Armee alle Kräfte, die sie noch hat“, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.

Er zählt die Städte Lyman, Popasna, Sjewjerodonezk und Slowjansk im Osten des Landes auf. „Die die Besatzer wollen dort alles zerstören.“ Es werde großer Anstrengungen des ukrainischen Volkes bedürfen, um die russische Überlegenheit an Rüstung und Technik zu überwinden.

Zugleich erinnert Selenskyj die Ukrainer und Ukrainerinnen daran, dass sie dem russischen Angriff bereits 90 Tage standgehalten haben. An die ausländischen Partner seines Landes wiederholt er die Bitte um schwere Waffen wie Raketenartillerie, Panzer oder Anti-Schiffs-Raketen. „Das ist die beste Investition in den Erhalt von Stabilität in der Welt“, sagt der Präsident.

Russland mobilisiert die letzten Reserven

Russland hatte jedoch Anfang März eine Rekrutierungskampagne gestartet. Dieses soll seit Monaten verdeckt laufen, mit dem Ziel, Militärs aus dem Ruhestand zu mobilisieren. Russische Militärregistrierungs- und Rekrutierungsbüros, patriotische Organisationen und die Söldnergruppe PMC Wagner haben aktiv um Kandidaten für den Kampf in der Ukraine geworben.

Die „Welt“ berichtet, das bisher schon mindestens neun russische Reserveoffiziere, die älter als 50 Jahre alt waren, während des Kriegs in der Ukraine ums Leben gekommen sein sollen. Seit dem Einmarsch der russischen Streitkräfte in das Nachbarland sind mindestens 31 russische Militärpiloten ums Leben gekommen schreibt dagegen die „The Sun“, obwohl die tatsächliche Zahl möglicherweise höher ausfallen dürfte.

Viele Tote auf beiden Seiten

Botaschew war Scharfschützenpilot, dessen Ausbildung nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums zwischen 10 und 12 Jahren dauerte und umgerechnet rund 7,5 Millionen Euro kostete.

Es ist unklar, was der pensionierte General in der Ukraine gemacht hat oder wie er dazu kam, eine Su-25 zu fliegen. Der 1959 in Karatschai-Tscherkessien geborene Botaschew absolvierte das Höhere Militärische Luftfahrtinstitut in Jejsk und wurde zum Jagdbomberpiloten ausgebildet.

Berichten zufolge wurde er jedoch 2013 aus dem Militär entlassen, als er beschuldigt wurde, ein Su-27-Kampfflugzeug in der Nähe der Stadt Petrosawodsk zum Absturz gebracht zu haben, für den er keine Flugerlaubnis hatte.

Anschließend arbeitete er als stellvertretender Vorsitzender für Luftfahrt der Freiwilligengesellschaft für die Zusammenarbeit mit dem Heer, der Luftfahrt und der Marine im Gebiet Leningrad.

Generalmajor Wladimir Frolow, stellvertretender Befehlshaber der 8. Armee der Vereinigten Streitkräfte, ist vermutlich der achte russische General, der im Kampf gefallen ist.

Genaue Angaben darüber, wie und wo er ums Leben kam, wurden nicht bekannt gegeben.

Im März verlor der russische Präsident Wladimir Putin einen weiteren General, Generalleutnant Andrej Mordwitschew, Befehlshaber der 8. Armee der Vereinigten Streitkräfte, der in der Schlacht bei Tschornobaiwka in der Nähe der südlichen Stadt Cherson getötet wurde.

Es folgte der Tod von Generalmajor Andrej Kolesnikow von der 29. Armee und von Witali Gerasimow, der bei Kämpfen außerhalb von Charkiw getötet wurde.

Generalmajor Andrei Sukhovetsky wurde Berichten zufolge Anfang März bei den Kämpfen um den Flugplatz Hostomel etwa 30 Meilen außerhalb der Hauptstadt Kiew von einem Scharfschützen erschossen.

as, dpa
Quellen: The Sun