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Frankreichs Sterneköche protestieren gegen Migrationsgesetz

Um Frankreichs neues Migrationsgesetz gab es viel Streit. Jetzt protestieren Sterneköche, die die Integration von Küchenpersonal ohne Papiere fordern und appellieren: Wir brauchen Migranten.

Eine Kochmütze wird an einem Souvenirstand beim Eiffelturm angeboten. In Frankreichs Gastronomie werden viele Stellen von Ausländern besetzt.
Foto: Michael Kappeler/dpa

Sterneköche und die Gastgewerbebranche in Frankreich protestieren gegen das neue Migrationsgesetz, da es entgegen den ursprünglichen Plänen die Integration von Mitarbeitern ohne Aufenthaltstitel kaum erleichtert.

«Unsere Küchen sind und müssen Orte der Weltoffenheit, des Teilens und der Gastfreundschaft bleiben», hieß es in einem Aufruf. In der Gastronomie seien viele Stellen von Ausländern besetzt und landesweit gebe es 200.000 offene Stellen. «Wir brauchen Migranten, die sich in großer Zahl für unsere Berufe interessieren, in einem Sektor, der Zehntausende von Menschen ausbilden, einstellen und weiterentwickeln kann und muss.»

«Wir werden Talent, Lust und Mut immer vor Nationalität, Herkunft oder Aufenthaltsstatus stellen», lautete es in dem Aufruf weiter, der nach einem Bericht des Senders BFMTV bereits von 200 Persönlichkeiten der Gastronomiebranche unterzeichnet wurde. «Wir lehnen dieses Einwanderungsgesetz ab und fordern eine echte Integrationspolitik, insbesondere durch Arbeit, zum Nutzen unserer Branche und für die gesamte Gesellschaft.»

Was will das Gesetz?

Das neue Gesetz, das von Präsident Emmanuel Macron angestoßen wurde, sollte eigentlich Beschäftigten ohne Aufenthaltstitel in Berufen mit Personalmangel schneller eine Möglichkeit zum Bleiben bieten. Aufgrund des Drucks der konservativen Oppositionspartei Les Républicains, auf deren Stimmen Macrons Mitte-Lager bei der Verabschiedung des Gesetzes im Dezember angewiesen war, werden diese Lockerungen jedoch nur in begrenzter Form umgesetzt.

Das Gesetz ist jedoch noch nicht wirksam. Aufgrund verfassungsrechtlicher Bedenken hat die Regierung das Gesetz dem Verfassungsrat vorgelegt. Der Rat prüft das Gesetz derzeit und wird am 25. Januar bekanntgeben, ob Änderungen an den Passagen vorgenommen werden müssen. Es sind landesweite Proteste gegen das Gesetz geplant, das darauf abzielt, die Migration besser zu regulieren und grundsätzlich auch die Integration zu verbessern.

dpa