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Frauen im Landtag verlieren Einfluss: Warnungen vor Folgen für Sachsen-Anhalt

Der Frauenanteil im Landtag von Sachsen-Anhalt sinkt auf 22 Prozent, was Besorgnis bei Gleichstellungsbeauftragten und Frauenverbänden auslöst. Sie warnen vor negativen Folgen für wichtige Themen wie den Schutz vor Gewalt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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Weniger Frauen im Landtag: Verbände warnen vor den Folgen für Sachsen-Anhalt
© Ra Boe / Wikipedia via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)

Der Frauenanteil im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt beträgt lediglich 22 Prozent, was den niedrigsten Wert unter allen Bundesländern darstellt. Von den insgesamt 83 Abgeordneten sind nur 18 Frauen, während 65 Männer dem Parlament angehören. Dies steht im krassen Gegensatz zu einem Frauenanteil von über 50 Prozent in der Bevölkerung.

Repräsentationslücke und ihre Auswirkungen

Bereits in der vorherigen Legislaturperiode war der Frauenanteil im Magdeburger Landtag mit knapp 28 Prozent gering, doch nun ist er auf unter ein Viertel gesunken. Die Landesgleichstellungsbeauftragte Sarah Schulze äußerte sich besorgt über diese Entwicklung und sprach von einer Repräsentationslücke. Sie warnte, dass wichtige Themen wie der Schutz von Frauen vor Gewalt, die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf sowie die wirtschaftliche Absicherung von Frauen in der neuen Legislaturperiode möglicherweise weniger Beachtung finden werden.

Expertise und Sichtweisen von Frauen

Die Geschäftsführerin des Landesfrauenrates, Friederike Ewald, unterstützt diese Bedenken und sieht in der Quote von 22 Prozent ein alarmierendes Signal.

“Frauen bringen eine ganz besondere Expertise und ihre eigenen Lebenserfahrungen ein. Diese sind in der Selbstvertretung einfach anders gelagert, als wenn Männer für uns sprechen. Das genügt einfach nicht,”

sagte sie. Ewald hofft, dass die Zusammenarbeit mit den demokratischen Kräften im Landtag fortgesetzt werden kann, um die Sichtweisen von Frauen in Gesetzgebungsprozesse einzubringen.

Politische Reaktionen und Forderungen

Die Linken-Abgeordnete Eva von Angern äußerte ebenfalls ihre Besorgnis über die sinkende Anzahl weiblicher Abgeordneter. Sie betonte, dass die Bundesebene und die Kommunen gefordert seien, die Situation zu verbessern.

“Was ich als Linke auf keinen Fall akzeptieren werde, ist, dass Frauen hier in Sachsen-Anhalt unsichtbar gemacht werden,”

erklärte von Angern. Sie fordert eine verstärkte Unterstützung für Frauenhäuser und Frauenzentren.

Die Rolle der Männer im Parlament

Ein weiterer Aspekt, den Susann Sziborra-Seidlitz von den Grünen anspricht, ist die Veränderung des politischen Klimas durch eine überwiegende männliche Vertretung, insbesondere von der AfD.

“Die Stimmung, die die vor allem Frauen gegenüber im Parlament verbreiten, ist häufig aggressiv und verächtlich. Das wird schwierig – vor allem für die neuen Parlamentarierinnen,”

warnte sie.

Forderung nach paritätischer Besetzung

Der Landesfrauenrat fordert seit langem eine paritätische Besetzung von Wahllisten, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen zu gewährleisten. In anderen Bundesländern sind solche Regelungen jedoch vor Gericht gescheitert. In Sachsen-Anhalt entscheiden die Parteien selbst über die Aufstellung ihrer Listen. Während SPD, Grüne und Linke eine abwechselnde Besetzung praktizieren, gilt bei der CDU das Regionalprinzip, was zu einem Missverhältnis führt.

Politikwissenschaftliche Einschätzung

Der Politikwissenschaftler Nicolas Spohn von der Universität Magdeburg weist darauf hin, dass AfD und CDU zusammen mehr als 60 Prozent der Stimmen im neuen Parlament halten.

“Das heißt, ganz unabhängig des Merkmals Frau oder Mann sind konservative Interessen stärker im aktuellen Landtag vertreten als progressive Interessen,”

erklärte Spohn. Er betont, dass das Fehlen von Frauen im Parlament zu einem Gefühl der politischen Entfremdung führen kann, was sich negativ auf das Engagement von Frauen in der Politik auswirken könnte.

Insgesamt zeigt die aktuelle Situation im Landtag von Sachsen-Anhalt, dass der geringe Frauenanteil nicht nur eine Frage der Geschlechtergerechtigkeit ist, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf die politische Landschaft und die Vertretung von Fraueninteressen hat.

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Quellen: MDR

Bildquelle: © Ra Boe / Wikipedia via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS