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Globaler Frauenanteil in Parlamenten steigt langsam an

Frauen sind mit 26,8% der Parlamentsabgeordneten weltweit weiterhin unterrepräsentiert, doch der Deutsche Bundestag liegt mit 35,3% im Ranking auf Platz 47.

Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag liegt bei 35,3 Prozent.
Foto: Michael Kappeler/dpa

Frauen sind in nationalen Parlamenten in der Regel weiterhin unterrepräsentiert. Am Stichtag 1. Februar 2024 waren im globalen Durchschnitt „mit 26,8 Prozent gut ein Viertel aller Parlamentsabgeordneten weiblich“, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden unter Berufung auf Angaben der Interparlamentarischen Union (IPU) mit. Vor zehn Jahren betrug der Frauenanteil noch 22,1 Prozent, weitere zehn Jahre zuvor, am 30. Januar 2004, waren es 15,2 Prozent.

Der Deutsche Bundestag belegte mit einem Frauenanteil von 35,3 Prozent im weltweiten Ranking den 47. Platz von insgesamt 184 Parlamenten, wie das Bundesamt anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März bekannt gab. Ruanda hatte den höchsten Frauenanteil in seinem Parlament mit 61,3 Prozent. Danach folgten Kuba mit 55,7 Prozent, Nicaragua mit 53,9 Prozent und Mexiko mit 50,4 Prozent.

Parlamente ohne weibliche Abgeordnete

Die Parlamente von Andorra und den Vereinigten Arabischen Emiraten erreichten Geschlechterparität mit jeweils 50,0 Prozent. Laut Angaben saßen keine weiblichen Abgeordneten in den Parlamenten des Oman, des Jemen und des pazifischen Inselstaates Tuvalu.

Im Interview des Südwestrundfunks (SWR) wies Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) auf Nachtsitzungen und Auslandsreisen hin, wenn es um den Frauenanteil im Bundestag geht. Diese Strukturen wirken abschreckend auf Frauen. Um mehr Frauen für die Arbeit im Parlament zu gewinnen, ist es wichtig, solche Hürden abzubauen, so Bas. Sie betonte zudem, dass Nachtsitzungen wenig produktiv seien. Als Präsidentin setzt sie sich dafür ein, die späten Abstimmungen und langen Tagesordnungen zu verkürzen, indem sie auf die Fraktionen zugeht.

Die IPU ist eine internationale Organisation von parlamentarischen Vertretern mit Hauptsitz in Genf. Laut Angaben des Statistischen Bundesamts basiert das Ranking auf der Anzahl der Abgeordneten nach Geschlecht im Parlament. In Ländern mit Zweikammersystemen beziehen sich die Daten entweder auf das Unterhaus oder die in der Regel mächtigere Kammer, die direkt vom Volk gewählt wird.

dpa