Ab kommendem Schuljahr sollen die Jüngsten in der Grundschule auch nachmittags verlässlich betreut werden. Mancherorts ist das wohl nicht zu schaffen.
Ganztag für Erstklässler: Jede vierte Schule sieht Hürden

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung gibt jede vierte Grundschule an, dass sie befürchtet, dass das neue Recht auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler in ihrer Kommune ab Herbst nicht vollständig umgesetzt werden kann. Im September und Oktober wurden insgesamt 1.312 Schulleitungen in Deutschland befragt.
Immerhin zwei Drittel der befragten Schulen (67 Prozent) gehen davon aus, dass für alle im Schuljahr 2026/27 eingeschulten Jungen und Mädchen Ganztagsbetreuung angeboten werden kann. Bei den 25 Prozent, die das nicht erwarten, sind die häufigsten genannten Probleme: fehlende Räume (74 Prozent), fehlendes Personal (67 Prozent) und Geldmangel (47 Prozent).
«Verwahrung von Kindern»
Bund und Länder hatten vereinbart, das Recht auf Ganztagsbetreuung schrittweise einzuführen. Ab dem nächsten Schuljahr gilt die Regelung für Erstklässler, ab 2029/2030 für alle Jahrgangsstufen der Grundschulen. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll für jedes Kind ein Platz mit einer Förderung von 40 Wochenstunden verfügbar sein.
Der Verband Bildung und Erziehung, der Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte vertritt, beklagt nicht nur die erwartete Lücke beim Betreuungsangebot im Herbst. Verbandschef Tomi Neckov fürchtet auch um die Qualität. «Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung suggeriert pädagogische Angebote, aber am Ende wird nur die Verwahrung von Kindern zugesichert», warnte er.
40 Prozent haben Mindeststandards
In der Forsa-Umfrage haben 53 Prozent der Schulen angegeben, dass es bei ihnen keine pädagogische Mindestanforderung für angehende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ganztagsbetreuung gibt. 40 Prozent haben eine solche Mindestanforderung bestätigt.








