Seit rund fünf Monaten herrscht Krieg in Gaza. Noch gibt es bei den Bemühungen der Vermittler um eine Feuerpause keinen Durchbruch. Jetzt soll es in die nächste Runde gehen. Die News im Überblick.
Gaza-Krieg: Neuer Anlauf im Ringen um Feuerpause

Während die USA mit dem Abwurf von Nahrungsmitteln aus der Luft für die verzweifelten Zivilisten im Gazastreifen begonnen haben, laufen die gemeinsamen Vermittlungsbemühungen um eine Feuerpause mit Katar und Ägypten unter Hochdruck weiter. An diesem Sonntag sollen die Gespräche nach Informationen des ägyptischen Fernsehsenders Al Qahera News TV in Kairo weitergehen. Es gebe noch Hindernisse, für die die israelische Seite verantwortlich sei, sagte ein Vertreter der islamistischen Hamas in Beirut, der namentlich nicht genannt werden wollte, in der Nacht zum Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Haupthindernis sei das Zeitlimit für eine mögliche Waffenruhe. Ranghohe Vertreter der US-Regierung hatten dagegen am Samstag gesagt, der Rahmen für eine mögliche Einigung stehe und die Israelis hätten diesen «mehr oder weniger akzeptiert». Das Zustandekommen einer Einigung hänge nun allein an der Hamas.
Erneute Proteste in Israel gegen Netanjahu
Am Samstagabend versammelten sich in mehreren Städten Israels Tausende von Menschen, um gegen die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu protestieren. Nach dem Terrorangriff der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober im Süden Israels ist Netanjahus Beliebtheit stark gesunken. Bei diesem Angriff wurden 1200 Menschen getötet und 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Dies führte zu einem Krieg, bei dem Israel das Küstengebiet militärisch angriff, um die Hamas zu besiegen. Laut Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde sind bisher mehr als 30.000 Palästinenser ums Leben gekommen, darunter sowohl Zivilisten als auch Kämpfer.
Hamas: Werden zu weiteren Gesprächen in Kairo sein
Man sei mit den Vermittlern weiter in Kontakt und bestrebt, eine Lösung zu finden, «um die Aggression gegen unser Volk zu beenden», sagte der Hamas-Vertreter. Eine eigene Delegation wolle bei den weiteren Vermittlungsgesprächen über eine Waffenruhe in Kairo dabei sein. Laut dem ägyptischen Fernsehsender werden auch Vertreter Israels vor Ort sein. Allerdings hatte das Nachrichtenportal «Axios» am Freitagabend noch berichtet, Israel wolle an keiner neuen Runde der von Ägypten, Katar und den USA vermittelten Gespräche teilnehmen, solange die Hamas keine Liste der noch lebenden Geiseln vorlegt. Nachdem während einer einwöchigen Feuerpause im November 105 Entführte im Austausch gegen palästinensische Häftlinge freigekommen waren, dürften sich nach israelischer Schätzung derzeit noch etwa 100 lebende Geiseln in der Gewalt der Hamas-Terroristen befinden.
Berichte: US-Vizepräsidentin empfängt israelischen Minister
Gemäß Medienberichten soll gemäß einem Vorschlag der Vermittler eine sechswöchige Waffenruhe in Kraft treten, idealerweise noch vor Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan um den 10. März. Während dieser Zeit sollen 40 israelische Geiseln gegen etwa 400 palästinensische Häftlinge ausgetauscht werden.
Am kommenden Montag wird der israelische Minister Benny Gantz, Mitglied des Kriegskabinetts, zu Gesprächen mit US-Vizepräsidentin Kamala Harris im Weißen Haus erwartet, wie unter anderem die «New York Times» am Samstag (Ortszeit) berichtete. Harris dürfte demnach mit Gantz über die Dringlichkeit eines Geisel-Abkommens sprechen, das eine vorübergehende Feuerpause ermöglichen würde, und über die Notwendigkeit von mehr Hilfsgütern für die Zivilisten in Gaza.
USA bereiten weitere Abwürfe von Hilfsgütern vor
Die humanitäre Situation im abgeriegelten Küstenstreifen verschärft sich seit Wochen dramatisch. Vertreter der Vereinten Nationen warnten kürzlich im Weltsicherheitsrat vor dem Hungertod Tausender Zivilisten. Am Samstag warfen Transportflugzeuge des US-Militärs etwa 38.000 Mahlzeiten ab, wie das Regionalkommando des US-Militärs mitteilte. Es handelte sich um eine gemeinsame Aktion mit der jordanischen Luftwaffe. Es werden weitere solche Einsätze geplant. Die abgeworfene Hilfe könnte die Not ein wenig lindern, insbesondere in Gebieten wie dem Norden Gazas, die auf dem Landweg schwer oder gar nicht erreichbar sind. UN-Organisationen weisen jedoch darauf hin, dass die Mengen, die durch Abwürfe geliefert werden können, eher gering sind.
Sprecher: Armee untersucht Tragödie um Hilfskonvoi
Nach dem Tod Dutzender Palästinenser bei der Ankunft von Hilfslieferungen im nördlichen Gazastreifen kündigte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari am Samstagabend eine gründliche Untersuchung des Vorfalls an. Die Armee werde die Ergebnisse vorlegen. «Die Behauptung, wir hätten den Konvoi vorsätzlich angegriffen und Menschen vorsätzlich Schaden zugefügt, entbehrt jeder Grundlage», fügte er hinzu. Als gesichert gilt, dass eine große Zahl verzweifelter Menschen versucht hatte, sich mit Hilfsgütern zu versorgen. Mehr als hundert sollen nach Hamas-Angaben dabei ums Leben gekommen sein. Mehr als 700 wurden demnach verletzt. Viele der Opfer hätten Schussverletzungen aufgewiesen, die nur von israelischen Soldaten verursacht worden sein könnten, berichteten Augenzeugen.
Israels Militär: Erneut Hisbollah-Stellungen im Libanon angegriffen
Das israelische Militär hat unterdessen im Süden Libanons nach eigenen Angaben erneut Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz angegriffen. Kampfflugzeuge hätten zwei Militäranlagen der Schiiten-Miliz in der Gegend von Labuneh und eine weitere Anlage in der Gegend von Ramyah getroffen, teilte die Armee am Samstagabend mit. In den vergangenen 48 Stunden habe die Armee «insgesamt zehn Terroristen» getötet, darunter einen Kommandeur, teilte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari am Abend mit.
Am Morgen hatte Israels Luftwaffe nach Angaben des Militärs ein Auto mit Mitgliedern der Hisbollah im Südlibanon attackiert. In dem Fahrzeug seien «mehrere Terroristen» unterwegs gewesen, die Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert hätten. Die Angaben des israelischen Militärs konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Seit dem Beginn des Gaza-Krieges gibt es in der Grenzregion zum Libanon immer wieder gegenseitigen Beschuss. Es gab bereits Tote auf beiden Seiten. Aufgrund der Kämpfe haben Zehntausende von Bewohnern in beiden Ländern ihre Heimatorte verlassen. Israels Verteidigungsminister Yoav Galant kündigte kürzlich an, den militärischen Druck auf die Hisbollah als Reaktion auf deren tägliche Angriffe auf Israel zu erhöhen, bis sie sich von der Grenze zurückgezogen hat.








