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Gaza: Soldaten töten versehentlich drei Geiseln bei Kämpfen

Nach israelischen Schätzungen werden noch 112 Geiseln im Gazastreifen festgehalten. Bei Kämpfen in der Stadt kam es nun zu einer gravierenden Fehlentscheidung, die drei von ihnen das Leben kostete.

Israelische Soldaten bei einer Bodenoperation im Stadtteil Shijaiyah in Gaza-Stadt.
Foto: Moti Milrod/HAARETZ/AP/dpa

Israelische Soldaten haben versehentlich drei Geiseln bei Kämpfen im Gazastreifen getötet. Während eines Einsatzes in der Hamas-Hochburg Schedschaija im nördlichen Teil des abgeriegelten Küstenstreifens wurden sie fälschlicherweise als Bedrohung identifiziert und daraufhin von den Streitkräften beschossen, wie der Sprecher des israelischen Militärs, Daniel Hagari, mitteilte.

Es kam zu dem schweren Vorfall an diesem Morgen. Hagari sagt, es sei bisher unklar, wie die drei Geiseln in das Gebiet des Kampfgeschehens gelangen konnten. Das Militär geht jedoch nach einer ersten Rekonstruktion der Ereignisse davon aus, dass sie entweder ihren Entführern entkommen oder absichtlich zurückgelassen worden seien.

Hagari sagte, dass kurz nach dem Zwischenfall der Verdacht aufkam, dass es sich bei den Toten um Geiseln handeln könnte. Daraufhin wurden die Leichen zur genaueren Untersuchung auf israelisches Territorium gebracht. Es wurde bestätigt, dass es sich um drei israelische Geiseln handelte.

«Dies ist für uns alle ein trauriger und schmerzhafter Vorfall, und die Armee trägt die Verantwortung für alles, was passiert ist», sagte Hagari weiter. Das Militär begann demnach sofort mit der Untersuchung des Vorfalls. Hagari betonte, dass es sich bei Schedschaija um ein «aktives Kampfgebiet» handele, in dem es in den vergangenen Tagen immer wieder zu anhaltenden Kämpfen gekommen sei. Er sprach den Familien der Geiseln sein Beileid aus.

dpa