Ein in Spanien ermordeter Mann soll ein russischer Überläufer gewesen sein. Offiziell bestätigt ist die Identität des Mannes nicht, doch der Kommentar des russischen Geheimdienstes ist vielsagend.
Geheimdienstchef verhöhnt Überläufer nach Ermordung

Den mutmaßlichen Mord an einem zur Ukraine übergelaufenen russischen Hubschrauberpilot hat ein Geheimdienst in Moskau mit unverhohlener Schadenfreude quittiert. «Dieser Verräter und Verbrecher ist in dem Moment zu einer moralischen Leiche geworden, als er sein schmutziges und schreckliches Verbrechen plante», sagte der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, Sergej Naryschkin, am Dienstag der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Zuvor hatten Medien berichtet, der ehemalige russische Hubschrauberpilot sei in Spanien ermordet worden.
Die spanischen Behörden haben die Identität des Toten bislang nicht bestätigt. In einer ersten Stellungnahme der Regierung in Madrid zum Fall sagte Sprecherin María Pilar Alegría am Dienstag auf Fragen von Journalisten: «In diesem Fall laufen Ermittlungen, sodass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Informationen geben können.» Man müsse «die (Polizeieinheit) Guardia Civil ihre Arbeit machen lassen und die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten».
Im August des vergangenen Jahres flog der Pilot aus Russland mit einem vollausgestatteten Mi-8-Armeehubschrauber in die Ukraine. Nach der Landung auf einem ukrainischen Militärflugplatz wurden die beiden anderen Besatzungsmitglieder, die nicht in die Aktion eingeweiht waren, laut ukrainischen Angaben auf der Flucht erschossen. Der Russe erhielt umgerechnet über 460.000 Euro aus Kiew für die Tat. Im Herbst berichtete das Staatsfernsehen in Moskau, dass der russische Geheimdienst den Auftrag zur Tötung des als Vaterlandsverräter geltenden Mannes erhalten habe.
Medien: Von Unbekannten erschossen
Spanische Regionalmedien haben kürzlich berichtet, dass ein Mann am vergangenen Dienstag in Villajoyosa an der spanischen Ostküste in einer Garage von Unbekannten erschossen wurde. Zunächst wurde das Opfer als ein 33-jähriger Ukrainer identifiziert, später jedoch von den Medien als der russische Pilot bezeichnet.
Die lokalen Behörden geben jedoch zurückhaltende Erklärungen ab: Der vermutete Mord in Villajoyosa wird untersucht, aber die Untersuchungen unterliegen dem Ermittlungsgeheimnis. Die Identität des Opfers ist bisher unbekannt. „Es werden keine Hypothesen ausgeschlossen“, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage der Deutschen Presse Agentur.
Kiew hingegen hat den Tod des Mannes verifiziert. «Wir können diese Tatsache bestätigen», sagte der Sprecher des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Andrij Jussow, bereits am Montag dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Olexij Danilow, Sekretär des nationalen Sicherheitsrats, erklärte, Kiew habe dem Piloten vorgeschlagen, im Land zu bleiben. «Hier wäre er auf jeden Fall in Sicherheit gewesen.» Der russische Geheimdienst hätte in der Ukraine nicht so leichtes Spiel gehabt wie in Spanien.
Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte die Tötung nicht kommentieren. Er habe keine Informationen dazu, sagte er russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Kremlchef Wladimir Putin, selbst ein ehemaliger Geheimagent, ist bekannt für seine harte Haltung gegenüber Menschen, die er für Verräter hält. Diesen «blüht meist ein böses Ende; entweder im Suff oder in der Drogenabhängigkeit hinter irgendeinem Gartenzaun», sagte Putin einmal.








