Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

General: Bündnisverteidigung und Krisenmanagement verknüpft

Schritt für Schritt hat Russland hat seien Einfluss nach den Militärputschen der vergangenen Jahre in Westafrika ausgebaut. Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr warnt.

Die übergeordnete russische Intention ist nach Bernd Schütts Auffassung «ein Füllen von sicherheitspolitisch relevanten Lücken».
Foto: Michael Kappeler/dpa

Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Bernd Schütt, hat vor einem weiter zunehmenden militärischen Einfluss Russlands in afrikanischen Staaten gewarnt. Dies zeige, dass internationales Krisenmanagement und die Landes- und Bündnisverteidigung verknüpft seien, sagte der Generalleutnant der dpa. «Die Notwendigkeit, beides gleichzeitig militärisch bewältigen zu können, ist eine zentrale Herausforderung, nicht nur für die deutschen Streitkräfte. Eine reine Fokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung nach dem Motto, das Hemd ist näher als die Hose, wird nicht funktionieren», sagte er. 

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr hat seinen Standort in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Schwielowsee bei Potsdam. Die Bundeswehr befindet sich aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie nach dem Ende der großen Auslandseinsätze in Afghanistan und Mali in einer Phase der Neuausrichtung. Die Verteidigung Deutschlands und der Nato-Partner bleibt die alte und neue Hauptaufgabe. Es ist nun erforderlich, je nach Interessenlage und verfügbaren militärischen Fähigkeiten politisch abzuwägen, wo die Bundeswehr aktiv wird.

Russland hat Einfluss Schritt für Schritt ausgebaut

Nach den Militärputschen der vergangenen Jahre in Westafrika hat Russland schrittweise seinen Einfluss ausgeweitet und dabei das Engagement westlicher und europäischer Staaten abgelöst. Die russische Präsenz bildet einen Landgürtel, der sich nahezu vom Atlantik bis zum Roten Meer erstrecken könnte.

«Russland ist militärisch in Burkina Faso und in Mali aktiv. In Niger gibt es Anzeichen für eine beginnende militärische Kooperation», sagte Schütt. «Im Tschad finden Treffen auf politischer Ebene statt. Im Sudan wissen wir noch nicht genau, wie es sich entwickelt. In Libyen sind seit 2016 russische Kräfte aktiv.» 

Die übergeordnete russische Intention ist nach seiner Auffassung «ein Füllen von sicherheitspolitisch relevanten Lücken». Schütt sagte: «Dabei geht es nicht darum, die Lage mit einem großen Schlag umzubrechen, sondern stetig zum eigenen Vorteil zu verändern und westlichen Einfluss zurückzudrängen. Dazu nutzt Russland unverzüglich und gezielt das entsprechende Vakuum.»

dpa