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Gewerkschaft: Finanzämter-Fokus auf Bargeldbranchen legen

Die Deutsche Steuergewerkschaft schätzt, dass Steuern in zweistelliger Milliardenhöhe in Branchen mit vielen Bargeldzahlungen hinterzogen werden. Finanzämter sollten deshalb ihr Vorgehen ändern.

Steuergewerkschaft sieht in Bargeldgeschäften riesiges Betrugspotenzial
Foto: Oliver Berg/dpa

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG), Florian Köbler, hat eine Änderung der Strategie der Finanzämter gefordert, um effektiver gegen Steuerhinterziehung in Branchen mit hohen Bargeldumsätzen vorzugehen. Dazu gehören insbesondere Friseursalons, Bäckereien, Metzgereien, Einzelhandelsgeschäfte, Autohändler, Eisdielen und Restaurants.

«Nötig ist zum Beispiel eine vernünftige digitale Risikoanalyse durch das Finanzamt. Hauptsächlich die Fälle, bei denen es im Risikosystem zu Auffälligkeiten kommt, werden dann genauer geprüft», sagte Köbler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag). So könnten sich die Finanzämter auf Fälle konzentrieren, bei denen auch wirklich betrogen werde.

Das Risiko, als Steuerbetrüger in der sogenannten Bargeldbranche entdeckt zu werden, sei nach wie vor zu gering, sagte Köbler. Kleinstunternehmer würden durchschnittlich nur alle 80 Jahre geprüft. Der Schaden sei entsprechend hoch. «Wir rechnen damit, dass es 16 Milliarden Euro an Steuern sind, die direkt in den bargeldintensiven Bereichen hinterzogen werden. Der gesamtwirtschaftliche Schaden, also auch zum Beispiel durch nicht gezahlte Renten- und Sozialbeiträge und unterschiedlichen Steuerarten, dürfte bei knapp 70 Milliarden Euro im Jahr liegen.»

Köbler sagte, dass das Potenzial für Steuerbetrug bei Arbeitnehmern und Rentnern im Vergleich dazu deutlich niedriger sei. Daher sollten Finanzämter nicht in Details verloren gehen.

„Die Veranstaltung findet am 15. Juli um 18:00 Uhr im Konferenzraum statt.“

dpa