Der größte Spaß im heißen Sommer für Groß und Klein könnte dieses Jahr ein Riegel vorgeschoben werden.
Droht diesen Sommer ein Pool-Verbot?

Der Sommer ist die perfekte Jahreszeit, um sich im Pool abzukühlen und Spaß zu haben. Ein Pool bietet eine erfrischende Oase, in der man sich von der Hitze entspannen kann. Ob im eigenen Garten, im Freibad oder im Urlaubsort, das Planschen im kühlen Wasser bringt eine angenehme Abkühlung und sorgt für viele schöne Momente mit Familie und Freunden.
Ob man schwimmt, sich auf einer Luftmatratze treiben lässt oder eine Runde Wasserball spielt, der Pool ist ein beliebter Ort, um die heißen Tage zu genießen und sich zu erfrischen. Doch dieses Jahr könnte alles ganz anders laufen.
Verbot wird diskutiert
Aufgrund der intensiven Hitze suchen viele Deutsche Zuflucht in Aufstell-Pools. Jedoch schlagen Politik und Verbände Alarm aufgrund des enormen Wasserverbrauchs, der mit einem solchen Pool einhergeht – dieser kann bis zu 30.000 Liter Wasser betragen. Infolgedessen wird sogar über ein Verbot diskutiert.
Der Gewässer-Experte des BUND, Sascha Maier (47), ruft die Kommunen dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen. Maier sagte gegenüber BILD: „Wir müssen das Wasser nicht unnötig verschwenden. Es liegt nun in der Verantwortung der Bürgermeister, zu entscheiden, ob die Nutzung von Pools noch vertretbar ist. Wir appellieren an alle, öffentliche Schwimmbäder und Seen zur Abkühlung zu nutzen.“
Des Weiteren betont Sascha Maier: „Aufstellpools haben eine Kapazität von 5000 bis 30.000 Litern. Das bedeutet einen enormen zusätzlichen Wasserverbrauch.“ Die Konsequenz davon sei, dass der Grundwasserspiegel sinkt und Bäche sowie Flüsse austrocknen können. Die Versorgung mit Trinkwasser habe absoluten Vorrang vor anderen Nutzungen.“
Sicherstellung der Trinkwasserversorgung steht im Mittelpunkt
Helmut Kleebank (58), wasserpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, betont ebenfalls: „Die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung steht im Mittelpunkt. Wenn die Wasserversorger signalisieren, dass Beschränkungen erforderlich sind, liegt es in der Verantwortung der Politik zu entscheiden, ob diese im privaten oder industriellen Bereich umgesetzt werden sollen. Es kann regional unterschiedliche Vorgehensweisen geben.“
Christian Tretow (39), Bürgermeister in Untereisesheim (Baden-Württemberg), hat bereits eine Verfügung vorbereitet, um die Wassernutzung in diesem Sommer einzuschränken. Im Falle einer akuten Knappheit wird diese in Kraft treten, um die Grundversorgung mit Trinkwasser zu gewährleisten. Tretow erklärte gegenüber BILD: „Das Befüllen von Pools und das Bewässern privater Gärten wären dann untersagt.“ Die Einhaltung dieser Regeln wird vom Ordnungsamt überwacht.
Die Gemeinde hat seit Jahren im Sommer mit Wassermangel zu kämpfen und kann ihren Bedarf nur durch zusätzliches Wasser aus dem Bodensee decken. „Auf lange Sicht ist dies keine nachhaltige Lösung“, betonte Tretow. Es wurde in der Gemeinde über ein Bauverbot für Pools diskutiert, aber letztendlich verworfen. „Das wäre nicht verhältnismäßig.“
FDP gegen Pool-Verbot
Muhanad Al-Halak (33), wasserpolitischer Sprecher der FDP, spricht sich gegen ein Pool-Verbot aus: „Anstatt Scheindebatten und erdachte Hintertür-Verbote zu führen, sollten wir meiner Meinung nach durch intelligente und zukunftsfeste Wassernetze solche Szenarien komplett vermeiden.“








