Fast 300 Schulkinder waren mehr als zwei Wochen in der Gewalt von bewaffneten Entführern. Nun verkündet die regionale Regierung erleichternde Neuigkeiten. Doch die Lage bleibt gefährlich.
Gouverneur: Entführte Schulkinder in Nigeria befreit

Die im Nordwesten Nigerias entführten Schulkinder sind nach Angaben der regionalen Regierungsbehörde wieder frei. Bewaffnete hatten vor über zwei Wochen 287 Mädchen und Jungen aus einer Schule im Bundesstaat Kaduna verschleppt. «Ich möchte bekanntgeben, dass unsere Schulkinder aus Kuriga freigelassen wurden» teilte Uba Sani, Gouverneur des Bundesstaats Kaduna, mit. Sie seien unverletzt.
Die Freilassung sei das Ergebnis von «Operationen der Sicherheitsbehörden». Sani dankte dem Präsidenten und der nigerianischen Armee. Weitere Angaben machte er nicht, auch nicht zur Zahl der befreiten Schüler.
Schule von bewaffneten Männern umstellt
Am 7. März überfiel eine bewaffnete Gruppe eine Grund- und Mittelschule in der Ortschaft Kuriga. Laut einem Lehrer, der im lokalen Fernsehen sprach, wurde das Gebäude um 8.00 Uhr Ortszeit von schwer bewaffneten Männern umstellt. Die Täter zwangen die ca. 700 Schüler und Lehrer, sich in ein Waldgebiet zu begeben. Trotzdem konnten viele Kinder und Erwachsene fliehen.
Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas, mit mehr als 220 Millionen Einwohnern, werden im Norden und Zentrum immer wieder Menschen von kriminellen Banden und islamistischen Terrorgruppen entführt. Vor fast genau zehn Jahren, im April 2014, löste die Entführung von 276 Schülerinnen durch die islamistische Miliz Boko Haram in Chibok im nordöstlichen Bundesstaat Borno weltweites Entsetzen aus. Dutzende von ihnen werden weiterhin vermisst.
Es geht meist um Lösegeld
Bei den Entführungen von Boko Haram und anderen dschihadistischen Gruppen geht es meist um politische Forderungen oder um Zwangsheirat und Missbrauch von Mädchen und jungen Frauen als Sex- und Haussklaven. Im Gegensatz dazu wollen die Banden hauptsächlich Lösegeld erpressen. Laut der Wirtschafts- und Sicherheitsberatungsfirma SB Morgen sind Lösegeldzahlungen aufgrund der Wirtschaftskrise in Nigeria mittlerweile der Hauptgrund für Entführungen. Zwischen Juli 2022 und Juni 2023 wurden laut SB Morgen in Nigeria allein 3620 Menschen bei 582 Entführungsvorfällen entführt, die meisten davon in Kaduna.
Die Schule befindet sich in einer Region, die als Kriminalitätsschwerpunkt gilt. In den letzten Monaten wurden immer wieder kleine Gruppen von Menschen, hauptsächlich Frauen und Kinder, im Bundesstaat entführt. Laut einem Abgeordneten wurden im benachbarten Regierungsbezirk innerhalb von zwei Wochen mehr als 160 Menschen verschleppt.








