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80. Jahrestag D-Day: Staats- und Regierungschefs erinnern an Normandie-Landung

Weltweit bekannte Persönlichkeiten gedenken den historischen Ereignissen, die den Beginn der Befreiung Europas markierten, und ehren die tapferen Soldaten.

Die Installation «Standing with Giants»: Am 6. Juni 1944 waren die Soldaten der Alliierten an den Stränden der Normandie gelandet.
Foto: Jane Barlow/PA/dpa

An der Küste der Normandie werden viele Staats- und Regierungschefs aus verschiedenen Ländern erwartet, um an einem großen internationalen Gedenken an die Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg teilzunehmen.

An der Feier zum 80. Jahrestag des sogenannten D-Days nehmen neben US-Präsident Joe Biden, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie Großbritanniens König Charles III. und das niederländische Königshaus teil. Vertreter Russlands wurden aufgrund des Ukraine-Kriegs nicht wie ursprünglich geplant zur Gedenkveranstaltung eingeladen.

D-Day als Auftakt der Befreiung Westeuropas von Nazi-Herrschaft

Am 6. Juni 1944 landeten die Soldaten der Alliierten an den Stränden der Normandie. Der D-Day war der Beginn der Befreiung Frankreichs und Westeuropas von der Nazi-Herrschaft («Operation Overlord»). Er war jedoch auch von einem grausamen Blutvergießen geprägt, mit Zehntausenden Toten und Verwundeten. Zu den Streitkräften der Alliierten gehörten damals hauptsächlich US-Amerikaner, Briten, Kanadier, Polen und Franzosen. Über 3100 Landungsboote brachten mehr als 150.000 Soldaten nach Nordfrankreich.

Das Gedenken findet am Strand von Saint-Laurent-sur-Mer am sogenannten Omaha Beach statt, einem der Abschnitte, an denen die Alliierten aus Großbritannien damals landeten. Auch einige sehr alte Veteranen haben sich auf den Weg in die Normandie gemacht, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen.

Bereits am Mittwoch gab es Gedenken in Großbritannien und in Frankreich. Präsident Macron hob den Einsatz französischer Widerstandskämpfer an der Seite der Alliierten hervor. «Die Tapferkeit und Entschlossenheit dieser vereinten Kämpfer spielte eine wichtige Rolle bei der Befreiung unseres Landes. Ihre heldenhaften Taten hinterlassen einen unauslöschlichen Eindruck in unserer Geschichte», sagte Macron in Plumelec. König Charles III. erinnerte im südenglischen Portsmouth an den Mut und die Widerstandskraft der damaligen Soldaten. «Es ist unsere Pflicht sicherzustellen, dass wir und künftige Generationen nicht ihren Dienst vergessen und ihr Opfer, um die Tyrannei durch Freiheit zu ersetzen.»

Tausende Tote und Verwundete auf beiden Seiten

Im betroffenen Küstenabschnitt hatten die Deutschen nur etwa 50.000 Infanteristen und wenige Flugzeuge zur Verfügung. Weiter nördlich, wo das Landungsunternehmen irrtümlich erwartet wurde, waren die meisten Divisionen des deutschen Westheeres stationiert. Die Strände im D-Day-Bereich waren nur unzureichend gesichert. Die Alliierten landeten in den Morgenstunden an fünf Küstenabschnitten mit den Decknamen Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword östlich von Cherbourg. Erst nach sechs Tagen gelang es den Gegnern Hitlers, die Brückenköpfe zu einer Front von etwa 100 Kilometern Länge zu verbinden.

Am Abend des D-Day registrierten die Alliierten Verluste von rund 12.000 Mann, darunter etwa 4400 Tote. Die Zahl der deutschen Verwundeten, Vermissten und Gefallenen wird auf 4000 bis 9000 Mann geschätzt. Im weiteren Verlauf der «Operation Overlord» sollen bis zur Eroberung von Paris im August 200.000 Deutsche und 70.000 Verbündete ums Leben gekommen sein. In der verwüsteten Normandie starben bis zu 20.000 Zivilisten.

dpa