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Holocaust-Überlebende warnt vor erstarkendem Extremismus

Umlauf warnt vor rechtsextremer und antisemitischer Hetze, fordert Verteidigung der Demokratie gegen Angriffe von links und rechts.

Mehr als eine Million Menschen wurden im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von den Nazis ermordet. (Archivbild)
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Holocaust-Überlebende Eva Umlauf warnt vor einem erstarkenden Extremismus. «Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen und des Trommelfeuers rechtsextremer und antisemitischer Hetze, die nicht nur in Deutschland längst von vielen unterstützt und bejubelt wird», frage sie sich, ob ihre Worte die Köpfe und Herzen noch erreichten, sagte die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees bei einer Gedenkveranstaltung in Berlin zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee.

Aufruf zur Verteidigung der Demokratie

Umlauf berichtete, wenn sie bei AfD-Veranstaltungen «jene extremen Sprechchöre höre, die bis in einzelne Worte und den Rhythmus hinein bei den Nazis angelegt» seien und «die entfesselten Gesichter derer beobachte, die in diese Rufe mit einstimmen», dann frage sie sich, ob diese Menschen wüssten, was in der bekannten Logik daraus an Leid folge.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkveranstaltung in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin wurden von Umlauf dazu aufgefordert, die Demokratie gegen fortwährende Angriffe von links und rechts zu verteidigen.

Umlauf sagte, dass die Überlebenden alarmiert seien. Sie sehnt sich nach einem Land, in dem niemand Angst haben muss, die jüdische Kopfbedeckung Kippa zu tragen, jüdische Einrichtungen ohne Wachposten auskommen und eine Gesellschaft, die rechtzeitig erkennt, wenn Menschen ausgegrenzt oder entmenschlicht werden.

Auschwitz steht für das Grauen des Holocaust

Auschwitz-Birkenau symbolisiert den Holocaust und die Schrecken des Nationalsozialismus. Etwa 1,1 Millionen Menschen wurden hier zwischen 1940 und 1945 erschossen, in Gaskammern getötet oder starben an Hunger und Krankheiten – die meisten von ihnen waren Juden. Am 27. Januar 1945 erreichten sowjetische Soldaten das Lager in von der Wehrmacht besetzten Polen und befreiten ungefähr 7.000 Überlebende. Umlauf war damals zwei Jahre alt.

dpa