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Huthi: Israels Präsenz in Somaliland wäre militärisches Ziel

Israels Anerkennung von Somaliland als Staat stößt in der Region auf breite Kritik. Vor einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats spricht die Huthi-Miliz im Jemen eine deutliche Warnung aus.

Der Anführer der Huthi-Miliz im Jemen droht Israel. (Archivbild)
Foto: Osamah Abdulrahman/AP/dpa

Der Anführer der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz droht Israel nach dessen Anerkennung von Somaliland als souveränen Staat. «Jegliche israelische Präsenz in Somaliland wird von unseren Streitkräften als militärisches Ziel betrachtet, da sie eine Aggression gegen Somalia und den Jemen sowie eine Bedrohung für die Sicherheit der Region darstellt», sagte Abdul-Malik al-Huthi in einer Erklärung. Israel hatte am Freitag als weltweit erstes Land die Republik Somaliland als souveränen Staat anerkannt. Somalia lehnt die Anerkennung seiner abtrünnigen Region im Norden entschieden ab.

Die nur wenige Millionen Einwohner zählende ostafrikanische Republik ist seit mehr als drei Jahrzehnten praktisch unabhängig. Israelische Medien verwiesen darauf, dass Somaliland unweit der strategisch wichtigen Meeresenge Bab al-Mandab liegt, wo es immer wieder zu Angriffen der Huthi-Miliz auf internationale Handelsschiffe mit mutmaßlichem Bezug zu Israel gekommen war. Die «Times of Israel» schrieb, ein Zugang zu Somaliland würde es Israel erleichtern, Angriffe gegen die Miliz durchzuführen und sie zu überwachen.

Nach dem Beginn des Gaza-Kriegs hatte die Huthi-Miliz in Solidarität mit der islamistischen Terrororganisation Hamas Israel immer wieder direkt mit Raketen und Drohnen angegriffen. Als Reaktion griff Israels Luftwaffe Ziele der Miliz im 2.000 Kilometer entfernten Jemen an. Seit dem Beginn der Waffenruhe in Gaza am 10. Oktober haben auch die Huthi-Rebellen ihre Waffen ruhen lassen. Nach Israels Anerkennung von Somaliland als Staat erklärte ihr Anführer nun, dass sie es nicht dulden würden, dass ein Teil Somalias dem Feind Israel als Stützpunkt diene.

Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrats

Der UN-Sicherheitsrat kommt wegen Israels Schritt heute zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Zuvor hatten 21 überwiegend muslimische Länder in einer gemeinsamen Erklärung vor «schwerwiegenden Folgen» des beispiellosen Vorgehens Israels für «den Frieden und die Sicherheit am Horn von Afrika und im Roten Meer» sowie für die internationale Sicherheit gewarnt.

Während des Treffens des Weltsicherheitsrats in New York werden US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu heute in Trumps Residenz Mar-a-Lago in Florida über die Zukunft des Gazastreifens sprechen. Es wird bei ihrer Zusammenkunft um die nächsten Schritte des von den USA vorangetriebenen Plans zur dauerhaften Beendigung des Gaza-Kriegs gehen.

dpa