Die Zahl der Kleinen Waffenscheine in Deutschland erreicht mit über 906.000 einen Höchststand. Polizei und Sicherheitsbehörden äußern besorgte Stimmen über die steigende Nachfrage und die damit verbundenen Risiken für die öffentliche Sicherheit.
Immer mehr Deutsche beantragen Waffenschein

Steigende Zahl der Kleinen Waffenscheine in Deutschland sorgt für Besorgnis
Die Anzahl der sogenannten Kleinen Waffenscheine in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 waren im Nationalen Waffenregister insgesamt 906.141 Kleine Waffenscheine verzeichnet, wie das Bundesverwaltungsamt bekannt gab. Im Vergleich zu Ende 2021, als noch 740.038 Waffenscheine registriert waren, entspricht dies einem Anstieg von über 22 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Diese Entwicklung bereitet Polizei und Sicherheitsbehörden zunehmend Sorgen.
Ein Kleiner Waffenschein berechtigt die Inhaber dazu, bestimmte Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen in der Öffentlichkeit zu führen. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Waffen nur verdeckt getragen werden dürfen; ein sichtbares Tragen ist untersagt. Zudem ist das Mitführen bei öffentlichen Veranstaltungen nicht gestattet.
Voraussetzungen für den Erhalt eines Kleinen Waffenscheins
Um einen Kleinen Waffenschein zu beantragen, müssen die Antragsteller mindestens 18 Jahre alt sein und ihre persönliche Eignung sowie Zuverlässigkeit nachweisen. Dazu gehört unter anderem, dass sie nicht vorbestraft sein dürfen. Laut dem Bundesverwaltungsamt ist die Nutzung der Waffen außerhalb von Schießständen und dem eigenen Grundstück untersagt; sie dürfen lediglich in Fällen von Notwehr oder Notstand eingesetzt werden.
Die Zahl der Kleinen Waffenscheine hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. So verzeichnete das Bundesverwaltungsamt Ende 2022 bereits 781.186, 2023 waren es 833.870 und Ende 2024 stieg die Zahl auf 871.838.
Gründe für die Zunahme und Reaktionen der Sicherheitsbehörden
Die Ursachen für diesen Anstieg sind bislang nicht eindeutig geklärt. Einige Innenministerien deuten darauf hin, dass die gestiegene Nachfrage nach solchen Waffen ein wachsendes Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung widerspiegelt. Die Gewerkschaft der Polizei interpretiert die Zunahme als ein Zeichen für die wachsende Angst der Bürger, dass der Staat nicht mehr in der Lage ist, ihren Schutz zu gewährleisten.
Die Sicherheitsbehörden äußern sich besorgt über diese Entwicklung. Die Polizei warnt, dass es sich hierbei lediglich um eine vermeintliche Sicherheit handelt und dass solche Anscheinswaffen potenziell gefährlich sein können. Ein zentrales Problem besteht darin, dass Schreckschusswaffen oft äußerlich mit echten Schusswaffen identisch sind, was die Arbeit der Polizei erheblich erschwert.
Risiken im Umgang mit Schreckschusswaffen
Aus Sicht der Polizei können Waffen zur Selbstverteidigung zudem gegen die Person eingesetzt werden, die sich eigentlich schützen möchte. In Konfliktsituationen besteht die Gefahr einer Gewalteskalation. Darüber hinaus können unsachgemäßer Gebrauch oder der Einsatz aus nächster Nähe zu Verletzungen führen.
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