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Zunahme der Betreuungszeiten in deutschen Kindertageseinrichtungen

Die durchschnittliche Betreuungszeit pro Woche stieg von 35,3 auf 36,1 Stunden. Die Zahl der betreuten Kinder wuchs von 3,29 auf 3,94 Millionen.

Nur der Anteil der Kinder, die weniger als 25 Stunden pro Woche in der Kita sind, sank. (Archivfoto)
Foto: Christoph Soeder/dpa

Immer mehr Kinder in Deutschland werden in Kindertageseinrichtungen mit langen Betreuungszeiten betreut. Von 2014 bis 2024 stieg die Anzahl der Kinder mit einer vertraglich festgelegten Betreuungszeit von über 35 Stunden pro Woche um 30 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Fast zwei Drittel (64 Prozent) dieser Kinder hatten sogar eine Betreuungszeit von mehr als 45 Wochenstunden.

Auch die Anzahl der Kinder mit verkürzten Betreuungszeiten nahm zu: Im Jahr 2024 gab es etwa 25 Prozent mehr Kinder mit einer Betreuungszeit von 25 bis 35 Stunden pro Woche als noch 2014. Im Gegensatz dazu gab es einen Rückgang bei Kindern mit einer Betreuungszeit von bis zu 25 Stunden pro Woche. Deren Anzahl sank von 2014 bis 2024 um 8 Prozent.

Die durchschnittlich vereinbarte Betreuungszeit stieg in den letzten zehn Jahren von 35,3 auf 36,1 Stunden pro Woche. Gleichzeitig erhöhte sich die Anzahl der betreuten Kinder von 3,29 Millionen auf 3,94 Millionen.

Mehr Personal, doch Engpässe bleiben

Mit zunehmender Anzahl von Kindern steigt auch der Bedarf an Personal in Kindertagesstätten. Daher ist die Anzahl der pädagogisch tätigen Personen in Kitas in den letzten zehn Jahren gestiegen. Im Jahr 2024 arbeiteten rund 724.000 Betreuungskräfte in Kindertageseinrichtungen, während es im Jahr 2014 noch gut 494.000 waren. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl somit um 46 Prozent.

Dennoch wird die Personalsituation in vielen Einrichtungen als angespannt angesehen. Das Statistische Bundesamt nennt den Anteil der Vollzeit-Betreuungskräfte als einen Grund dafür. „67 Prozent des pädagogischen Kita-Personals im Jahr 2024 arbeiteten weniger als 38,5 Stunden pro Woche (2014: 65 Prozent)“, erklärten die Bundesstatistiker.

Fachkräfte aus dem Ausland

Im Jahr 2023 haben über 55.000 Menschen eine Ausbildung als Erzieher, Sozialassistent oder sozialpädagogischer Assistent bzw. als Kinderpfleger abgeschlossen. Laut Bundesamt war dies ein neuer Höchststand, obwohl die Zahl für Schleswig-Holstein nicht vorlag. Im Jahr 2013 hatten bundesweit noch etwa 44.000 Absolventinnen und Absolventen eine Ausbildung in einem dieser Erziehungsberufe abgeschlossen.

Bei der Kinderbetreuung werden auch Fachkräfte aus dem Ausland eingesetzt. Im Jahr 2023 gab es 2.778 Verfahren zur Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses als Erzieher oder Erzieherin. Davon wurden 1.743 positiv, 624 negativ und 222 noch nicht beschieden. 186 Verfahren endeten ohne Bescheid. Besonders häufig betraf dies die Anerkennung von Abschlüssen aus Spanien (324), der Ukraine (237) und der Türkei (231).

dpa