Der heutige Tag stellt einen markanten Wendepunkt für den Irak dar. Nach mehr als 20 Jahren militärischer Präsenz haben die US-Streitkräfte das Land verlassen, was durch eine offizielle Bestätigung des Pentagon untermauert wurde.
Irak erlebt Wendepunkt: US-Truppenabzug und neue Herausforderungen für die Regierung

Der heutige Tag stellt einen markanten Wendepunkt für den Irak dar. Nach mehr als 20 Jahren militärischer Präsenz haben die US-Streitkräfte das Land verlassen, was durch eine offizielle Bestätigung des Pentagon untermauert wurde. Obwohl die US-Kampfeinheiten bereits 2011 aus dem Irak abgezogen waren, kehrten sie aufgrund des Vormarsches der Terrorgruppe “Islamischer Staat” zurück, um Teil der internationalen Koalition gegen den IS zu werden.
Die Bundeswehr war ebenfalls in diese Mission involviert. Das Feldlager in Erbil wurde bereits geräumt, während die deutschen Militärberater voraussichtlich weiterhin ihre Aufgaben im Land wahrnehmen werden.
Die Attacken vom 11. September 2001 haben weitreichende und nachhaltige Folgen, die bis heute spürbar sind.
Neuer Weg für die irakische Regierung
Der irakische Premierminister Ali al Zaidi bezeichnet das Ende der internationalen Koalitionsmission als einen Neuanfang:
“Mit dem Ende der Mission treten wir in eine neue Phase unserer Beziehungen zu den Partnern ein, die sich von militärischer Zusammenarbeit zu wirtschaftlicher und entwicklungspolitischer Kooperation wandelt.”
Er betont, dass es wichtig sei, dass keine Waffen außerhalb der irakischen Armee existieren.
“Wir sind entschlossen, sicherzustellen, dass der Staat allein über Krieg und Frieden entscheidet und alle Waffen in den Händen staatlicher Institutionen liegen,”
fügte er hinzu.
Die Umsetzung dieser Vision könnte jedoch schwierig werden, da im Irak zahlreiche militärisch starke Milizen aktiv sind, viele davon eng mit dem Iran verbunden. Seit dem Sturz des langjährigen Diktators Sadam Hussein hat der Iran seinen Einfluss im Irak erheblich ausgeweitet.
Herausforderungen durch den iranischen Einfluss
Der jordanische Politikwissenschaftler Amer al-Sabaileh schildert die Situation:
“Durch den Sturz des irakischen Regimes wurde den Iranern der Irak auf dem Silbertablett serviert. Sie konnten zur einflussreichsten Kraft aufsteigen und sogar darüber entscheiden, wie der Irak regiert wird.”
Die irakische Regierung sieht sich erheblichen Herausforderungen gegenüber, insbesondere wenn Milizen weiterhin Befehle aus Teheran befolgen und angrenzende Länder attackieren.
Die ehemalige US-Botschafterin im Irak, Alinor Rominoski, äußert ebenfalls Bedenken:
“Die irakische Regierung steht vor großen Herausforderungen. Wie wird sie reagieren, wenn die Milizen weiterhin Befehle aus Teheran befolgen?”
Sajjad Eyad, ein politischer Analyst aus dem Irak, ergänzt, dass eine Entwaffnung der Milizen als unwahrscheinlich gilt, solange es keinen Deal zwischen den USA und dem Iran gibt.
Militärische Spannungen und die Rolle der Kurden im Irak
Die Frist zur Entwaffnung wurde auf den Sommer des nächsten Jahres verschoben, was die Befürchtungen nährt, dass ein Versuch der irakischen Regierung, diesen Beschluss durchzusetzen, zu einem neuen Konflikt führen könnte. Premierminister al Zaidi versucht, die Lage zu beruhigen:
“Es gibt absolut kein Interesse an einer militärischen Eskalation. Wir führen einen konstruktiven Dialog mit den Gruppen und ich versichere dem Volk, dass es keine Zusammenstöße geben wird.”
Dennoch sind die Spannungen im Irak spürbar. Besonders die Kurden, die im Norden des Landes eine autonome Selbstverwaltung mit eigenen Streitkräften haben, äußern Besorgnis über die Möglichkeit, dass die Peschmerga ihre Waffen niederlegen müssen und welche Konsequenzen dies für den Kampf gegen die Terrormiliz “Islamischer Staat” haben könnte, die nach wie vor über Schläferzellen im Irak verfügt.
Die anhaltende Bedrohung durch den Islamischen Staat
Serwan Barzani, Oberkommandeur der Peschmerga, berichtet von neuen Aktivitäten der IS-Schläferzellen seit der Bekanntgabe des Abzugsdatums der US-Truppen:
“Das hat den IS-Terroristen moralisch Auftrieb gegeben. Wir haben zahlreiche nachrichtendienstliche Informationen, die diese Bewegungen belegen,”
erklärt er.
Am Tag des vollständigen Abzugs der US-Truppen bestehen viele Fragen und Risiken. Die irakische Bevölkerung hofft, dass dieser Schritt zu Frieden führen wird und nicht neue Gewalt heraufbeschwört.
Quellen: tagesschau, Der Spiegel
Bildquelle: Ivan Hassib auf Pexels
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








