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Iran-Krieg treibt Spritpreise über 2 Euro – Politik prüft Preisbremse

Autofahrer müssen tiefer in die Tasche greifen: Wegen des Kriegs im Iran und der Blockade der Straße von Hormus steigt der Benzinpreis bundesweit über die 2-Euro-Marke. Politiker und Experten kritisieren die rasanten Aufschläge.

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ARAL-Tankstelle in Deutschland: Diesel- und Super-Benzinpreise 2022 auf Rekordhoch — Stockfoto Nur für redaktionelle Verwendung Hintergrund entfernen Speichern Teilen Muster ARAL-Tankstelle in Deutschland: Diesel- und Super-Benzinpreise 2022 auf Rekordhoch
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Benzinpreise steigen deutlich an

Der Krieg im Iran und die Blockade der Straße von Hormus wirken sich spürbar auf die Spritpreise in Deutschland aus. An zahlreichen Tankstellen werden für einen Liter Super E5 inzwischen zwei Euro oder mehr verlangt. Auch E10 überschreitet vielerorts die 2-Euro-Grenze.

In der Innenstadt von Frankfurt am Main kletterte der Preis für E5 auf bis zu 2,08 Euro pro Liter, für E10 wurden bis zu 2,02 Euro aufgerufen. Vor allem freie Tankstellen liegen bei einzelnen Sorten noch knapp unter der Marke von zwei Euro.

Blockade wichtiger Ölroute

Hintergrund ist die Sperrung der strategisch bedeutenden Straße von Hormus. Durch die Meerenge zwischen Iran und Oman wird rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert. Seit Sonntag ist der Öl- und Gastransport dort praktisch zum Erliegen gekommen, nachdem iranische Stellen Tankern die Durchfahrt untersagt haben.

Der Preis für ein Barrel Rohöl liegt derzeit bei rund 85 US-Dollar. Bereits zu Beginn des Ukraine-Kriegs waren die Spritpreise über die 2-Euro-Marke gestiegen. Laut ADAC überschritt E10 am 7. September 2022 diese Schwelle, Diesel folgte am 11. November 2022.

Kritik an schneller Preisreaktion

Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs „Mobil in Deutschland“, äußerte scharfe Kritik an der raschen Verteuerung. Er sprach von einer panischen Reaktion und erklärte, die aktuellen Preise an den Tankstellen seien von den Rohöl-Notierungen entkoppelt. Seiner Ansicht nach könne sich eine veränderte Versorgungslage nicht derart schnell auf Endverbraucherpreise auswirken.

Haberland forderte die Bundesregierung auf, eine Reaktivierung der Spritpreis-Bremse zu prüfen oder zumindest über ein vorübergehendes Aussetzen der CO₂-Steuer nachzudenken.

Politik signalisiert Handlungsbereitschaft

Aus der schwarz-roten Koalition kommen erste Signale, mögliche Gegenmaßnahmen nicht auszuschließen. Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger erklärte in Berlin, man werde die Entwicklung genau beobachten und gemeinsam mit dem Koalitionspartner beraten.

Auch SPD-Fraktionsvize Esra Limbacher kritisierte die schnellen Preiserhöhungen. Er betonte, dass die derzeit verkauften Mengen an Benzin und Diesel überwiegend zu niedrigeren Rohölpreisen eingekauft worden seien.

TS
Quellen: Bild.de