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Irans Revolutionswächter feuern Raketen auf Irak und Syrien

Nach der Tötung eines iranischen Generals in Syrien und einem Terrorangriff hat Iran Rache geschworen. Nun attackiert die Revolutionsgarde Ziele im Irak und in Syrien. Wie reagieren die USA?

Als Vergeltung für jüngste Terrorangriffe feuern Irans Revolutionswächter Raketen auf Syrien. Ziel sei die Terrormiliz Islamischer Staat (Archivbild).
Foto: Vahid Salemi/AP/dpa

Die Revolutionswächter des Iran (IRGC) haben nach eigenen Angaben Ziele im Irak und in Syrien mit mehreren ballistischen Raketen angegriffen. Das IRGC-Webportal teilte mit, dass die Angriffe als Rache für den verheerenden Anschlag in der südiranischen Stadt Kerman Anfang Januar und die Tötung eines hochrangigen IRGC-Offiziers Ende Dezember stattfanden.

Das Ziel in Iraks Kurdengebieten beschrieb die Revolutionsgarde als Spionagezentrale des israelischen Geheimdienstes Mossad. «Wir versichern unserem geliebten Volk, dass die Offensivoperationen der Revolutionsgarde so lange fortgesetzt werden, bis auch der letzte Tropfen Blut der Märtyrer gerächt ist», hieß es in einer Erklärung.

Sicherheitskreise: Vier Tote und fünf Verletzte in Erbil

Kurz vor Mitternacht (Ortszeit) waren laute Explosionen in der nordirakischen Stadt Erbil zu hören. Augenzeugenberichten zufolge schlugen mehrere Raketen in der Nähe eines im Bau befindlichen US-Konsulats ein. Laut Sicherheitskreisen in Erbil kamen dabei vier Zivilisten ums Leben. Fünf weitere Personen sollen verletzt worden sein. Die Raketen trafen Farmen im Norden von Erbil und trafen Häuser.

In Syrien wurde nach Darstellung der Revolutionswächter vor allem die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) «in den besetzten Gebieten Syriens ausfindig gemacht und durch den Abschuss einer Reihe von ballistischen Raketen zerstört», hieß es in der Mitteilung. Augenzeugen zufolge soll es in Aleppo im Nordwesten Syriens mindestens sechs Explosionen gegeben haben.

Die norwegische Organisation Hengaw, eine kurdische Menschenrechtsorganisation, berichtete zuvor auf X (ehemals Twitter) über einen Raketenangriff, der von einer IRGC-Raketenbasis im Westen Irans ausging. Laut Hengaw war das Ziel dieses Angriffs die Stadt Erbil. Die Richtigkeit dieser Informationen konnte vorerst nicht bestätigt werden.

Lage seit Gaza-Krieg aüßerst angespannt

Seit dem Beginn des Gaza-Kriegs vor über drei Monaten ist die Situation in der Region äußerst gespannt. Es hat seitdem keine Raketenangriffe durch die IRGC gegeben. Jedoch haben mit dem Iran verbündete militante Gruppen in den letzten Monaten oft Ziele in Syrien und im Irak angegriffen. Israel und die USA gelten seit der Islamischen Revolution von 1979 als die Erzfeinde des Irans.

Ende Dezember wurde der iranische Brigadegeneral Sejed-Rasi Mussawi bei einem vermutlich israelischen Luftangriff in Syrien getötet. Er war ein hochrangiges Mitglied der IRGC. Als Reaktion darauf schwor die militärische Führung des Iran Rache gegenüber Israel. Die Revolutionsgarde ist die Eliteeinheit des Irans und gilt als deutlich mächtiger als die regulären Truppen. Der Oberbefehlshaber ist das Staatsoberhaupt Ali Chamenei.

Bei einem Terroranschlag in Kerman wurden Anfang Januar über 90 Menschen getötet. Der IS beanspruchte die Verantwortung für den Angriff. Das Ziel war eine Trauerveranstaltung zum Todestag des einflussreichen Generals Ghassem Soleimani in seiner Heimatstadt. Dies war der blutigste Anschlag in der Geschichte der Islamischen Republik, die seit etwa 45 Jahren besteht.

dpa