Seit mehr als einer Woche ist der Iran fast komplett offline. Die Regierung gestattet jetzt im Land das Senden von Textnachrichten. Zumindest Online-Banking wird wieder möglich.
Irans Sicherheitsbehörden gestatten wieder Nutzung von SMS

Der Zugang zum globalen Internet bleibt im Iran weiterhin den zehnten Tag in Folge gesperrt. Iraner können jedoch seit Samstag erstmals wieder per Mobilfunk SMS-Textnachrichten versenden, wie Bewohner aus Teheran berichteten. Aus dem Ausland gesendete SMS werden im Iran nicht empfangen.
Bisher waren alle Messenger-Dienste blockiert. Aufgrund der neuen Regelung ist es nun wieder möglich, Online-Banking zu betreiben. Dafür ist jedoch immer eine Zwei-Faktor-Autorisierung per SMS erforderlich.
Seit dem letzten Wochenende ist es auch möglich, auf das nationale Intranet zuzugreifen. Dadurch ist es nur möglich, staatlich kontrollierte Webseiten zu besuchen. Dienste aus dem Ausland sind weiterhin gesperrt.
Netblocks, eine Organisation, die sich auf Netzsperren spezialisiert hat, berichtet, dass der Zugang zum Internet im Iran seit dem 8. Januar fast vollständig unterbrochen ist. Die Messwerte zeigen lediglich einen minimalen Anstieg auf zwei Prozent des üblichen Niveaus. Es gibt keine Hinweise auf eine bedeutende Erholung.
Die Blockade wurde am Abend des 8. Januar von den iranischen Sicherheitsbehörden verhängt. Der Auslöser waren Massenproteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Dabei griffen die Sicherheitskräfte gewaltsam ein. Laut iranischen Menschenrechtsgruppen gab es mehr als 3.400 Tote. Aufgrund der Informationssperre lassen sich genaue Zahlen kaum überprüfen.








