Israels Führung setzt den Gaza-Krieg ungeachtet zunehmenden Drucks aus dem In- und Ausland fort. Derweil bleibt die Lage im Roten Meer angespannt. Die News im Überblick.
Israel: Etwa 9000 Terroristen getötet

Im Gaza-Krieg hat Israels Armee nach eigenen Angaben inzwischen Tausende Terroristen und Dutzende ihrer Anführer getötet, doch noch immer befinden sich mehr als 240 Geiseln in deren Gewalt. Bisher seien etwa 9000 Terroristen der islamistischen Hamas und anderer Terrorgruppen «eliminiert» worden, wie aus einer anlässlich des 100. Kriegstags veröffentlichten Datenauflistung der Armee hervorgeht. An die Angehörigen der noch immer im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln gerichtet, sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Abend: «Wir können das Ausmaß Ihres Schmerzes nicht ermessen, aber wir wissen, dass die Rückkehr Ihrer Angehörigen, unserer Angehörigen, unser moralischer Kompass ist».
Huthi-Rebellen feuern erneut Rakete ab
Unterdessen hat das US-Militär im Süden des Roten Meeres erneut eine Rakete der Huthi-Rebellen, die im Jemen ansässig sind, erfolgreich abgewehrt. Die Huthi, die mit Israel verfeindet sind, haben den Anti-Schiffs-Marschflugkörper gegen 16.45 Uhr Ortszeit auf einen Zerstörer der US-Marine abgefeuert. Das zuständige Regionalkommando des US-Militärs hat in der Nacht über X, ehemals Twitter, mitgeteilt, dass die Rakete von der US-Luftwaffe in der Nähe der jemenitischen Küste bei al-Hudaida abgefangen wurde. Es gibt keine Berichte über Verletzte oder Schäden.
Seit dem Beginn des Gaza-Krieges greifen die Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, wiederholt Schiffe mit vermeintlichen Verbindungen zu Israel im Roten Meer an. Bedeutende Reedereien meiden zunehmend diese wichtige Handelsroute. Aufgrund der Vorgehensweise der Huthi-Rebellen wurden kürzlich von den USA und Großbritannien Stellungen der Rebellen im Jemen angegriffen, unterstützt von den Niederlanden, Kanada, Australien und Bahrain.
Biden erinnert an Schicksal der Geiseln
US-Präsident Joe Biden erinnerte derweil an das Schicksal der im Gazastreifen weiter festgehaltenen Geiseln. «Seit 100 Tagen leben sie in Angst um ihr Leben, ohne zu wissen, was der nächste Tag bringen wird», schrieb Biden in einer Mitteilung. Der Präsident erneuerte sein Versprechen, in engem Kontakt mit den Partnern in Katar, Ägypten und Israel zu bleiben, um alle Geiseln – darunter auch sechs US-Staatsangehörige – zu ihren Familien zurückzubringen. Am Aabend endete im Zentrum der israelischen Küstenstadt Tel Aviv eine 24-stündige Kundgebung, bei der Angehörige der Geiseln entschiedenere Bemühungen für deren Freilassung forderten.
Am 7. Oktober 2023 führten Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen im Süden Israels ein Massaker durch. Dabei wurden 1200 Menschen getötet und mehr als 240 weitere in den Gazastreifen verschleppt. Israel bemüht sich seitdem mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive, die militärische Infrastruktur der Hamas im Gazastreifen zu zerstören. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden in diesem Gebiet bereits fast 24.000 Menschen getötet. Bei dieser Zahl, die unabhängig nicht überprüfbar ist, wird nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten unterschieden.
Wegen der hohen Zahl ziviler Todesopfer und der weiterhin katastrophalen humanitären Lage steht Israel international immer mehr unter Druck. Während einer Feuerpause waren im November 105 Geiseln im Gegenzug für 240 palästinensische Häftlinge freigekommen. Nach Schätzung Israels werden noch mehr als 130 Geiseln im Gazastreifen festgehalten, von denen aber 25 vermutlich nicht mehr am Leben sind. Israels Armee will nach Angaben von Generalstabschef Herzi Halevi den militärischen Druck auf die Hamas weiter erhöhen. «Druck, der zur Zerschlagung der Hamas und zur Rückkehr der Geiseln führt», sagte er.
Verteidigungsminister: Hamas will Krieg ins Westjordanland tragen
Der innenpolitisch wegen der Geiselfrage zunehmend unter Druck stehende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schwor sein Volk auf einen noch langen Kampf ein. Armeesprecher Hagari sagte dazu am Abend: «Hier gibt es keine Abkürzungen; es braucht Zeit und vor allem Ausdauer.» Nach Darstellung von Verteidigungsminister Joav Galant will die Hamas den Gaza-Krieg nun ins Westjordanland tragen.
Der Hamas sei es mit ihrem Terrorüberfall nicht gelungen, die Israelis zu demoralisieren oder einen Keil zwischen Israel und die USA zu treiben, sagte Galant bei einer Besprechung mit Kommandeuren des von Israel besetzten Westjordanlandes. Deshalb sinne sie jetzt darauf, das Westjordanland und den Tempelberg, eine sowohl den Juden als auch Muslimen heilige Stätte, «in Brand zu stecken».
Die Spannungen und Konflikte im Westjordanland haben sich seit dem Beginn des Gaza-Kriegs verstärkt. Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium wurden in der Nähe von Ramallah zwei Jugendliche von der israelischen Armee erschossen. Am Abend gab die israelische Armee bekannt, dass ihre Soldaten das Feuer auf zwei Palästinenser eröffnet hätten, die angeblich einen Sprengkörper gegen einen Militärstützpunkt geworfen haben sollen.
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Türkei ermittelt gegen israelischen Fußballspieler
Die türkische Justiz ermittelt unterdessen gegen den israelischen Fußball-Profi Sagiv Jehezkel. Das teilte Justizminister Yilmaz Tunc am Abend via X mit. Jehezkel hatte in einem Spiel seinen bandagierten Arm in die Kameras gehalten. Darauf stand auf Englisch handschriftlich der Hinweis «100 Tage» sowie das Datum 7.10. und ein Davidstern. Die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft erfolgten wegen «öffentlicher Anstiftung zu Hass und Feindseligkeit», hieß es im X-Beitrag des Justizministers.
Was heute wichtig wird
Während die Kämpfe im Gazastreifen weiterhin ohne Gnade andauern, bleibt die humanitäre Situation für die palästinensische Zivilbevölkerung verheerend.








