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Israel greift Hamas-Posten in Schulgebäude an

Die frühere Schule ist eine UN-Einrichtung. Die Vereinten Nationen beklagen Tote. Im Norden werden Dutzende Raketen aus dem Libanon auf Israel abgefeuert – vor einem Besuch des EU-Chefdiplomaten.

Tulkarem im Westjordanland nach einer israelischen Razzia.
Foto: Majdi Mohammed/AP/dpa

Die Luftwaffe Israels hat laut einem Militärsprecher einen Kommando- und Kontrollposten der islamistischen Hamas auf dem Gelände einer ehemaligen Schule in Nuseirat im zentralen Gazastreifen angegriffen. Vorher wurden Maßnahmen ergriffen, um die Gefahr für Zivilisten zu minimieren. Berichten zufolge wurden bei dem Angriff etwa 14 Personen in einem Krankenhaus im Flüchtlingslager Nuseirat getötet. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Es handelte sich um eine Einrichtung des UN-Hilfswerks für Palästina (UNRWA) und seiner Umgebung. Laut UNRWA wurden sechs Mitarbeiter des Hilfswerks getötet. Etwa 12.000 Menschen, hauptsächlich Frauen und Kinder, fanden auf dem Gelände Zuflucht.

UN-Sprecher Stéphane Dujarric sagte in New York, dass Liegenschaften der UN niemals angegriffen oder von militärischen Gruppen genutzt werden sollten. Auf die Frage, ob er ausschließen könne, dass sich Hamas-Vertreter dort aufhielten, antwortete er, dass er die Frage nicht beantworten könne. Israel wirft der Hamas vor, sich in solchen Einrichtungen und unter Zivilisten zu verstecken.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich einmal mehr schockiert. «Was in Gaza passiert, ist absolut inakzeptabel», schrieb er zu dem Angriff auf X. «Diese dramatischen Verletzungen von internationalem humanitärem Recht müssen jetzt aufhören.»

Starker Beschuss aus dem Libanon

EU-Chefdiplomat Josep Borrell setzt seine Nahostreise im Libanon fort. In Beirut plant er ein Treffen mit Ministerpräsident Nadschib Mikati. Dabei wird es voraussichtlich um die Situation im Libanon sowie den Konflikt der Schiitenmiliz Hisbollah mit Israel gehen.

Seit dem Beginn des Gaza-Kriegs gibt es fast täglich militärische Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah im Libanon. Tausende Menschen sind aufgrund der Kämpfe aus der Grenzregion geflohen. Kämpferische Äußerungen israelischer Politiker haben zuletzt Bedenken hinsichtlich einer Eskalation des Konflikts ausgelöst. Laut Angaben der israelischen Armee wurden am Mittwoch mehr als 100 Geschosse aus dem Libanon auf Israel abgefeuert. Das Militär hat seinerseits Ziele im Südlibanon beschossen.

Israel fordert, dass sich die Hisbollah gemäß einer UN-Resolution hinter den 30 Kilometer von der Grenze entfernten Litani-Fluss zurückzieht. Die Schiitenmiliz will jedoch erst aufhören, Israel zu beschießen, wenn es zu einem Waffenstillstand im Gaza-Krieg zwischen Israel und der mit ihr verbündeten Hamas kommt.

Die Verhandlungen über eine Waffenruhe und die Freilassung der israelischen Geiseln aus der Gefangenschaft der islamistischen Hamas, bei denen Ägypten, die USA und der Golfstaat Katar als Hauptvermittler fungieren, machen jedoch keine Fortschritte. Am Mittwoch trafen sich Vertreter der Hamas in Doha mit Vertretern Katars und Ägyptens zu weiteren Gesprächen.

Vergleich mit Osama bin Laden

Anführer der Hamas ist Jihia al-Sinwar. Israels Verteidigungsminister Joav Galant bezeichnete diesen nun als den «neuen Osama bin Laden». In einem zum Jahrestag der Terrorangriffe vom 11. September 2001 in den USA veröffentlichten Video sagte er: «Er ist der Osama bin Laden von Gaza. Wir werden ihn finden und der Gerechtigkeit zuführen – tot oder im Gefängnis.»

Die Botschaft Galants auf der Plattform X kam einen Tag nach einem Interview des Finanzdienstes Bloomberg mit dem für die Geiseln und Vermissten zuständigen Brigadegeneral Gal Hirsch, in dem dieser von einem Angebot zur sicheren Ausreise für al-Sinwar aus dem Gazastreifen gesprochen hatte. «Ich bin bereit, Sinwar, seiner Familie und jedem, der sich ihm anschließen möchte, einen sicheren Korridor zu ermöglichen», sagte er.

Ein Vertreter der Hamas sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass seine Organisation das Angebot erhalten habe, Sinwar und seiner Familie die Ausreise zu ermöglichen, um ein Gaza-Abkommen zu erreichen. Die Hamas sei jedoch erst bereit, auf das Angebot zu reagieren, wenn es Teil einer umfassenden Einigung wäre.

Auch am Mittwochabend protestierten in Israel erneut mehrere hundert Menschen für eine Waffenruhe und ein Abkommen zur Freilassung der verbleibenden 101 Geiseln, darunter auch Angehörige derjenigen, die von der Hamas am 7. Oktober 2023 in den Gazastreifen entführt wurden.

 

Luftangriff auf Hamas-Posten in Gaza,UN-Hilfswerk betroffen,[Israel greift Hamas-Posten in Gaza an, UN-Hilfswerk und Zivilisten betroffen.]

 

 

 

dpa