Die Übergabe der Leichen erfolgte durch das IKRK. Trumps Plan sieht Entwaffnung der Hamas vor.
Israel überstellt 15 Leichen nach Gaza, Bedingungen für Gaza-Friedensplan erfüllt

Israel hat die sterblichen Überreste von 15 Palästinensern in den Gazastreifen überführt. Die Leichname wurden durch Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben, wie die Organisation bestätigte. Auch israelische Kreise bestätigten die Übergabe. Mit diesem Schritt, der auf die Rückführung der letzten israelischen Geisel-Leiche folgte, sind die Bedingungen für den Übergang in die nächste Phase des Gaza-Friedensplans erfüllt.
Im November wurde der Plan von US-Präsident Donald Trump auch durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrats abgesichert.
Ziel des Gaza-Friedensplans
Der Plan hat als Hauptziel die langfristige Beendigung des Krieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas sowie den Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Küstenstreifens in den zwei Kriegsjahren.
Nachdem die Waffenruhe begonnen hatte, ließ die Hamas die letzten 20 lebenden Geiseln frei, während etwa 2.000 palästinensische Häftlinge von Israel freigelassen wurden. Darüber hinaus übergab die Hamas insgesamt 28 Geisel-Leichen. Die Übergabe verlief jedoch anders als vereinbart schleppend und dauerte statt 72 Stunden insgesamt mehr als drei Monate.
Unklare Todesumstände und Probleme bei der Identifizierung
Im Rahmen der Abmachungen hat Israel insgesamt 360 tote Palästinenser überstellt. Die genauen Umstände ihres Todes sind oft unbekannt. Es wird angenommen, dass Israel ihre Leichen in einem Militärlager aufbewahrt hat. Die Identifizierung war laut Angaben der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen in vielen Fällen schwierig.
Der Krieg begann mit einem Massaker der Hamas und anderer extremistischer Gruppen, bei dem in Israel etwa 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere in den Gazastreifen verschleppt wurden. Israel reagierte darauf mit umfangreichen Luftangriffen und Bodenoperationen in Gaza. Laut Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden in den zwei Kriegsjahren mehr als 70.000 Palästinenser getötet. Trotz einer von den USA, Ägypten, Katar und der Türkei vermittelten Waffenruhe kommt es weiterhin zu tödlichen Vorfällen.
Seit dem Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober gelangen zwar wieder mehr Hilfsgüter in den Gazastreifen, aber die rund zwei Millionen Einwohner leben weiterhin unter sehr schwierigen Bedingungen. Trumps Plan sieht auch die Öffnung des Rafah-Grenzübergangs zwischen dem Küstenstreifen und Ägypten in beiden Richtungen vor.
Übergangsregierung und zweite Phase der Waffenruhe
In einem Streben nach dauerhaftem Frieden wurde bereits eine palästinensische Übergangsregierung bestehend aus Fachleuten für die Verwaltung des Gazastreifens eingesetzt, begleitet von internationalen Gremien. Die zweite Phase der Waffenruhe-Vereinbarung sieht unter anderem die Entwaffnung der Hamas und die Einsetzung einer internationalen Stabilisierungstruppe (ISF) vor. Diese soll mit neu ausgebildeten palästinensischen Polizeikräften kooperieren. Im Rahmen des Abkommens muss Israel seine Truppen weiter aus dem Küstenstreifen abziehen.
Haltung der Hamas und Sicherheitsbedenken Israels
Die Hamas ist bereit, die Verwaltung des Gazastreifens abzugeben, lehnt jedoch eine Entwaffnung strikt ab. Warnungen aus Israel besagen, dass die Terrororganisation die Zeit genutzt hat, um ihre Kämpfer neu aufzustellen. Seit der Waffenruhe hat sie gezielte Maßnahmen ergriffen, um ihre Kontrolle und Macht im Gazastreifen wieder zu festigen.








