Am Freitag hatte die israelische Armee, die Menschen im Flüchtlingsviertel Al-Maghasi zur Flucht aufgerufen. Doch viele dürfte die Warnung gar nicht erreicht haben. Das Hamas-Ministerium meldet mehr als 70 Tote.
Israelische Angriffe in Flüchtlingsviertel: Suche nach Toten

Nach heftigen israelischen Angriffen im mittleren Teil des Gazastreifens suchen Menschen weiterhin in den Trümmern nach Toten. Das Gesundheitsministerium, das von der Hamas kontrolliert wird, berichtet von einer hohen Anzahl an Todesopfern und Verletzten, deren Bergung angestrebt wird.
Laut den Informationen wurden in dem Flüchtlingsviertel Al-Maghasi bei Luftangriffen über 70 Menschen getötet. Die Informationen konnten bisher nicht unabhängig überprüft werden.
In sozialen Medien wurden Videos verbreitet, auf denen viele weiße Leichensäcke zu sehen waren. Es gab auch Berichte über Frauen und Kinder als Opfer. Es wurden auch Luftangriffe im Flüchtlingsviertel Al-Bureidsch gemeldet.
Warnungen erreichen viele nicht
Am Freitag forderte die israelische Armee die Bewohner von Al-Bureidsch auf, zu fliehen. Sie sollten Schutzräume in Deir al-Balah suchen, das etwa sechs Kilometer südlich liegt. Allerdings haben viele Bewohner des umkämpften Küstenstreifens weder Strom noch Internet. Daher erreichen sie solche Warnungen oft nicht. Darüber hinaus gab es auch Angriffe in Gebieten, die von Israels Armee als sicher eingestuft wurden.
Es gibt keine Schutzräume wie Bunker für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen. Die islamistische Hamas erlaubt den Schutz suchenden Zivilisten keinen Zugang zu ihrem weit verzweigten Tunnelsystem, das tief unter der Erde liegt.
Israelische Armee kündigt Überprüfung an
Nach UN-Angaben leben in Al-Maghasi mehr als 33.000 Menschen auf einem Gebiet von 0,6 Quadratkilometer. Die israelische Armee teilte mit, sie untersuche die Berichte über die Angriffe in dem Viertel. «Trotz der Herausforderungen durch Hamas-Terroristen, die in zivilen Gebieten in Gaza agieren, ist die israelische Armee dem internationalen Recht verpflichtet und unternimmt machbare Schritte, um zivile Schäden zu minimieren», hieß es in der Stellungnahme.
Gemäß den Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza wurden bislang über 20.400 Menschen in dem Küstengebiet getötet. Aufgrund der großen Anzahl an zivilen Opfern wurde der Militäreinsatz international stark kritisiert. Der Gaza-Krieg wurde durch das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels ausgelöst, das am 7. Oktober von Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer Gruppen in Israel begangen wurde.








