Israels Streitkräfte wollen im Süden Gazas räumlich begrenzt und für mehrere Stunden am Tag die Waffen schweigen lassen. Nach ihren Angaben sollen damit mehr Hilfslieferungen ermöglicht werden.
Israels Militär verkündet «taktische Pause» im Süden Gazas

Das israelische Militär hat eine täglich mehrstündige und räumlich begrenzte «taktische Pause» seiner Aktivitäten im südlichen Teil des Gazastreifens verkündet.
Die Sperre bleibt bis auf Weiteres jeweils von 8 bis 19 Uhr entlang der Straße in Richtung Norden vom Grenzübergang Kerem Schalom bestehen, gaben die Streitkräfte über die Online-Plattformen X und Telegram bekannt. Die Entscheidung wurde nach Rücksprache mit den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen getroffen, um mehr Hilfslieferungen zu ermöglichen.
Lage für Zivilbevölkerung kritisch
Aufgrund der Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Armee und der Hamas hatte das Welternährungsprogramm (WFP) davor gewarnt, dass die Menschen im südlichen Teil des von der islamistischen Terrororganisation beherrschten Gazastreifens bald unter der gleichen katastrophalen Hunger-Lage leiden könnten wie jene in den nördlichen Gebieten zuvor. «Die Situation im südlichen Gaza verschlechtert sich rasch», sagte der stellvertretende WFP-Direktor Carl Skau nach einem zweitägigen Besuch der Region am vergangenen Freitag.
Laut Skau seien eine Million Menschen aus Rafah an der Grenze zu Ägypten vertrieben worden und in einem überfüllten Gebiet entlang des Strandes bei brütender Sommerhitze untergebracht. Die Versorgung mit Hilfsgütern habe sich im nördlichen Teil Gazas zwar etwas verbessert, aber die Verteilung von Nahrungsmitteln sei nicht nachhaltig abgesichert.
Am 7. Oktober überfielen Terroristen der Hamas und anderer palästinensischer Gruppen den Süden Israels, töteten etwa 1200 Menschen und entführten weitere 250 als Geiseln in den Gazastreifen. Während des daraus resultierenden Krieges wurden laut Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörden mehr als 37.000 Palästinenser getötet. Rund vier Fünftel der Bevölkerung im abgeriegelten Küstenstreifen mussten ihre Häuser verlassen.








