Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

ISW warnt vor neuer russischer Offensive im Gebiet Charkiw

Kupjansk gilt als strategisch wichtiger Eisenbahnknoten. Die russischen Truppen könnten in den kommenden Wochen versuchen, die Stadt zu erobern. US-Kriegsexperten haben die Lage analysiert.

Das ukrainische Gebiet Charkiw wurde schon in den vergangenen Tagen vermehrt von Russland angegriffen.
Foto: Andrii Marienko/AP

US-Militärexperten warnen vor einer möglichen neuen Offensive Russlands im Nordosten der Ukraine. «Russische Kräfte könnten in den kommenden Wochen ihre Anstrengungen verstärken, Kupjansk im Gebiet Charkow zu erobern», schreiben die Analysten des US-Instituts für Kriegsstudien in ihrem Bericht. Die dort stationierten Einheiten sind ihrer Ansicht nach weniger abgenutzt als die andernorts angreifenden russischen Truppen.

Im täglichen Lagebericht des ukrainischen Generalstabs wurde berichtet, dass sieben Angriffe auf die Siedlung Synkiwka unweit von Kupjansk abgewehrt wurden. Kupjansk ist ein strategisch wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Die Stadt wird vom Fluss Oskil in zwei Teile geteilt. Die Ukrainer kontrollieren nur noch einen begrenzten Landstreifen östlich des Oskil bei Kupjansk. Obwohl das ukrainische Militär während seiner Gegenoffensive im Herbst 2022 teilweise bis in das benachbarte Gebiet Luhansk vordringen konnte, befindet es sich nun wieder in der Defensive.

Auch die Angriffe mit Raketen und Artillerie auf das Gebiet Charkiw und die Millionenstadt selbst haben in letzter Zeit erheblich zugenommen. Der Militärgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, teilte auf seinem Telegramkanal mit, dass nach einem Raketenangriff in Kupjansk eine 61-jährige Frau aus den Trümmern gerettet und ins Krankenhaus gebracht wurde.

Tweet des US-Kriegsinstituts

Die britische Tageszeitung «The Telegraph» hatte vor wenigen Tagen die steigende Zahl der Luftangriffe auf das Gebiet Charkiw mit einer bevorstehenden Offensive verbunden. Bereits am Wochenende könnte die Zahl der Raketen- und Artillerieschläge eskalieren, ab dem 15. Januar dann eine Bodenoffensive der Russen auf das Gebiet Charkiw beginnen, prognostizierte das Blatt. Das weckte Spekulationen, dass Kremlchef Wladimir Putin vor der anstehenden Präsidentenwahl in Russland im März versuchen könnte, die Millionenstadt Charkiw zu erobern. Die Stadt liegt nur etwa 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Laut ukrainischen Militärs gibt es bisher jedoch keine russische Truppenkonzentration in der Region.

dpa