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Europawahl: Bekanntheitsgrad der Spitzenkandidaten in Deutschland niedrig

Umfrage zeigt: Viele Wähler kennen die Kandidaten nicht, einige stehen in der Kritik.

Viele Spitzenkandidaten sind eher wenig bekannt - Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP ist eine Ausnahme.
Foto: Arne Dedert/dpa

Ein Monat vor der Europawahl haben die meisten Spitzenkandidaten in Deutschland noch eine relativ geringe Bekanntheit. Laut einer Umfrage im Auftrag der dpa trifft das nur auf zwei von ihnen nicht zu: Lediglich knapp jeder vierte Wahlberechtigte (24 Prozent) weiß nicht, wer Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP ist. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages setzt sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs dafür ein, dass die Ukraine mehr militärische Unterstützung erhält.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zwischen dem 3. und 8. Mai sind nur 37 Prozent der Wähler mit dem AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah nicht vertraut. Für die AfD, die ihren Spitzenkandidaten zuletzt eher im Verborgenen gehalten hat, ist dies jedoch keine gute Nachricht. Denn der EU-Parlamentarier steht aufgrund möglicher Verbindungen zu Russland und China sowie der Festnahme eines Mitarbeiters wegen Spionageverdachts in der Kritik.

Laut Umfrage ist die Grünen-Politikerin Terry Reintke 63 Prozent der Befragten im Alter ab 16 Jahren unbekannt. 57 Prozent kennen den Spitzenkandidaten Fabio De Masi nicht, der für das Bündnis Sahra Wagenknecht antritt. 52 Prozent kennen den Linken-Spitzenkandidaten Martin Schirdewan nicht. Carola Rackete, die auf Platz 2 der Liste hinter Schirdewan steht, ist für 42 Prozent eine Unbekannte.

41 Prozent kennen SPD-Spitzenkandidatin nicht

Katarina Barley, die Spitzenkandidatin der SPD, ist bisher Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. 41 Prozent der Wahlberechtigten kennen die Juristin und ehemalige Bundesministerin nicht. Manfred Weber, den Spitzenkandidaten der CSU, kennen 48 Prozent der Wähler nicht. Ursula von der Leyen, CDU-Politikerin, bewirbt sich zwar um eine zweite Amtszeit als Präsidentin der EU-Kommission, aber nicht um einen Sitz im Europäischen Parlament.

Laut der Umfrage sehen 27 Prozent der Befragten Strack-Zimmermann sehr positiv oder eher positiv. 35 Prozent äußerten sich negativ über die FDP-Spitzenkandidatin. Der AfD-Europaparlamentarier Krah wird von 37 Prozent derjenigen, die wissen, wer er ist, besonders stark negativ wahrgenommen, wie die Umfrage zeigt. Nur 13 Prozent der Befragten sehen ihn sehr positiv oder eher positiv.

dpa