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Kein weiteres Milliardenprogramm zum Kita-Ausbau

In ihrem Koalitionsvertrag hatten sich SPD, Grüne und FDP auf ein Programm zum Kita-Ausbau verständigt. Doch jetzt wo das noch laufende Programm ausläuft sieht es so aus, als gäbe es keine Neuauflage.

Ein Betreuerin läuft mit mehreren Kleinkindern über einen Bürgersteig. Das dieses Jahr endende Programm zum Kita-Ausbau stammt noch von der Vorgängerregierung.
Foto: Peter Kneffel/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Die Bundesregierung plant nach eigenen Angaben kein weiteres Milliardenprogramm zum Ausbau von Kita-Plätzen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Unionsfraktion hervor, die der dpa vorliegt. Zunächst hatte «Der Tagesspiegel» darüber berichtet. Dort heißt es, dass für ein weiteres Bundesprogramm «in der Haushalts- und Finanzplanung des Bundes keine Mittel eingestellt» seien.

Das laufende Investitionsprogramm, das die Schaffung von 90.000 Betreuungsplätzen vorsieht, wird im Juni dieses Jahres abgeschlossen. Die entsprechenden Mittel in Höhe von einer Milliarde Euro können nur noch bis Ende Juni 2024 abgerufen werden, wie es in der Antwort des federführenden Bundesfamilienministeriums heißt.

Die familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Silvia Breher, kritisierte diese Entscheidung scharf. «Die Ampel kündigt ihre eigenen Versprechungen im Koalitionsvertrag und Parlament auf. Sie zerstört massiv das Vertrauen von Familien, die auf eine verlässliche Kinderbetreuung angewiesen sind», sagte Breher dem «Tagesspiegel».

In ihrem Koalitionsvertrag hatten sich SPD, Grüne und FDP eigentlich auf ein weiteres Programm verständigt. Dort heißt es: «Zum weiteren Ausbau von Kita-Plätzen soll ein Investitionsprogramm aufgelegt werden.» Das nun auslaufende Programm geht noch zurück auf eine Entscheidung der Vorgängerregierung. Grundlage dafür war das Konjunkturpaket zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021.

Familienministerium: Verantwortung liegt bei den Ländern

Das Familienministerium verweist in seiner Antwort auf die Verantwortung der Bundesländer. Die Kindertagesbetreuung sei «nach der grundgesetzlichen Kompetenzordnung Aufgabe der Länder und von diesen zu finanzieren», heißt es dort. Insgesamt habe die Bundesregierung seit 2008 fünf Investitionsprogramme zur Finanzierung der Kinderbetreuung in Höhe von mehr als 5,4 Milliarden Euro aufgelegt. Aus diesen Mitteln seien 750.000 zusätzliche Plätze für Kinder bis zum Schuleintritt geschaffen worden.

Der Bedarf an Kita-Plätzen in ganz Deutschland führt regelmäßig zu Unmut und Debatten. Gemäß einer Bertelsmann-Studie aus dem letzten Herbst fehlen in Deutschland trotz des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz etwa 430.000 Kita-Plätze.

dpa