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Klimaaktivisten protestieren mit Blockaden ohne Kleber

Aufs Festkleben wird verzichtet, aber behindert wird der Verkehr trotzdem: Aktivisten der Letzten Generation sind in mehreren Städten aktiv geworden.

Aktivistinnen und Aktivisten der Letzten Generation blockieren eine Kreuzung in Regensburg.
Foto: Daniel Vogl/dpa

Die Gruppe Letzte Generation hat erneut an verschiedenen Orten in Deutschland mit Straßenblockaden für mehr Klimaschutz demonstriert. Im Gegensatz zu früheren Aktionen haben sich die Teilnehmer jedoch nicht festgeklebt.

Nach Angaben der Polizei blockierten etwa 130 Teilnehmer am Mittag die Warschauer Brücke in Berlin, eine wichtige Verkehrsverbindung im Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg. Sie stellten sich immer wieder auf beide Spuren der Straße und setzten sich dort hin.

In München und Regensburg wurden jeweils 120 bzw. 150 Demonstranten bei angemeldeten und nicht angemeldeten Versammlungen von der Polizei gezählt. Die Polizei vor Ort gab an, dass es in München keine größeren Verkehrsprobleme gegeben habe.

Flüssiggas-Terminal «die Spitze fossilen Wahnsinns»

Nicht weit vom Rügener Terminal für Flüssigerdgas (LNG) entfernt behinderten laut Polizei 27 Aktivisten den Verkehr auf einer Zufahrtsstraße zum Fährhafen Sassnitz. Die Einsatzkräfte ließen die Gruppe zunächst gewähren. Dies sei zumindest so lange der Fall, wie die Aktion einen Versammlungscharakter habe. Ein Sprecher der Letzten Generation hatte zuvor gesagt, die Demonstranten wollten länger bleiben, möglicherweise bis Sonntag. Das Flüssiggas-Terminal sei «die Spitze fossilen Wahnsinns».

In Freiburg, Karlsruhe und am Stuttgarter Flughafen fanden ebenfalls Aktionen statt. Die Polizei bezeichnete den Protest dort als friedlich.

Weitere Blockaden sind in Bremen, Köln und Leipzig geplant. Die Letzte Generation fordert radikalen Klimaschutz, darunter den völligen Verzicht auf Kohle, Öl und Gas. Seit Anfang 2022 organisierte die Gruppe Straßenblockaden, bei denen sich die Teilnehmer festklebten. Zuletzt hatte sie aber angekündigt, ihre Strategie zu ändern und künftig auf Festkleben zu verzichten. Sie rief bundesweit zu «ungehorsamen Versammlungen» auf.

dpa