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Knappe Mehrheit beurteilt Folgen der Zuwanderung negativ

Gut die Hälfte der Bundesbürger glaubt, dass die Zuwanderung für Deutschland insgesamt nicht gut sei. Die größten Bedenken gibt es in Bezug auf verfügbaren Wohnraum und Fragen der inneren Sicherheit.

Zum 27. Juni tritt eine Reform des Staatsbürgerschaftsrechts in Kraft.
Foto: Daniel Karmann/dpa

Eine Mehrheit der Deutschen sieht Zuwanderung weniger als Chance, sondern als Bedrohung. Bei einer Befragung durch das Meinungsforschungsinstitut YouGov äußerten viele Teilnehmer zudem Kritik an bestimmten Änderungen im Staatsangehörigkeitsrecht, das von der Ampel-Koalition kürzlich reformiert worden war. Wie die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage zeigen, sehen 32 Prozent der Bundesbürger Zuwanderung nach Deutschland als Chance. 59 Prozent der Befragten entschieden sich für die Antwortvarianten «eher Bedrohung» (32 Prozent) beziehungsweise «große Bedrohung» (27 Prozent). Neun Prozent der Befragten hatten dazu keine Meinung.

Die Deutschen bewerten besonders negativ die Auswirkungen auf die Innere Sicherheit und den Wohnungsmarkt. Hingegen gab es mehr positive als negative Bewertungen, als nach den Folgen der Zuwanderung für das wirtschaftliche Wachstum und den technologischen Fortschritt gefragt wurde. YouGov zufolge überwogen die negativen Einschätzungen im Hinblick auf das Gesundheits-, Renten- und Sozialsystem.

Das Institut hat die Daten zwischen dem 31. Mai und 5. Juni gesammelt. Nur Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft haben an der Umfrage teilgenommen.

Einbürgerungen künftig schon früher möglich

Am 27. Juni tritt die Reform des Staatsbürgerschaftsrechts in Kraft. Einbürgerungen sind dann bereits nach fünf statt bisher acht Jahren möglich, unter bestimmten Voraussetzungen sogar schon nach drei Jahren. Diese Bedingungen beinhalten beispielsweise gute Leistungen in Schule oder Beruf, gute Sprachkenntnisse oder ehrenamtliches Engagement. Die Mehrstaatigkeit wird grundsätzlich erlaubt.

Eine knappe Mehrheit der Deutschen ist laut Umfrage weder mit den verkürzten Fristen noch mit der generellen Möglichkeit zufrieden, die alte Staatsbürgerschaft zu behalten. Jeweils 53 Prozent der Befragten lehnten beide Neuerungen ab. 34 Prozent der Deutschen begrüßen die neu geschaffene Möglichkeit der Mehrstaatigkeit. Die Verkürzung der Wartezeit auf fünf beziehungsweise drei Jahre findet bei 35 Prozent der Bundesbürger Zustimmung.

Im Hinblick auf Zuwanderung sprechen die Deutschen aktuell den Unionsparteien die größte Kompetenz zu. Laut Umfrage ist jeder Fünfte der Überzeugung, CDU und CSU seien hier kompetenter als andere Parteien. 17 Prozent sehen bei dem Thema die größte Kompetenz bei der AfD. SPD, Grüne, Linke, FDP und BSW erreichten hier jeweils nur Werte von weniger als 9 Prozent. Bemerkenswert: 22 Prozent der Befragten sehen bei keiner der genannten Parteien eine große Kompetenz in Fragen der Zuwanderung. Weitere 16 Prozent der Befragten antworteten mit «Weiß nicht».

dpa