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Kontroverse um Trump-Besuch auf Nationalfriedhof

Donald Trump hat schon öfter abfällige Kommentare über Veteranen gemacht. Mit einem Besuch auf dem Nationalfriedhof in Arlington wollte er nun getötete Soldaten ehren, doch es gibt neue Aufregung.

Der Nationalfriedhof in Arlington hat nach dem Trump-Besuch Anzeige erstattet.
Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Ein Besuch von Ex-US-Präsident Donald Trump auf dem Nationalfriedhof in Arlington hat eine neue Kontroverse über seinen Respekt gegenüber Veteranen ausgelöst. Trump hatte am Montag bei einer Kranzniederlegung für die vor drei Jahren bei einem Selbstmordanschlag in Afghanistan getöteten US-Soldaten gedacht. Auch einige Familienmitglieder der Opfer waren anwesend. Es kam zu einer Auseinandersetzung zwischen Trumps Team und Friedhofsmitarbeitern. Kritiker warfen dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump vor, er habe seinen Besuch für Wahlkampfzwecke missbraucht. Seine Kampagne wies dies zurück.

Laut NPR haben zwei Mitarbeiter von Trump während des Besuchs einen Friedhofsmitarbeiter beschimpft und zur Seite geschubst, als dieser Film- und Fotoaufnahmen an einem bestimmten Teil des Geländes verhindern wollte.

Der Nationalfriedhof teilte auf Anfrage mit: «Wir können bestätigen, dass es einen Vorfall gab und dass eine Anzeige erstattet wurde.» Um die Identität der betroffenen Person zu schützen, würden derzeit keine weiteren Angaben gemacht. Der Friedhof betonte, wahlkampfbezogene Aktivitäten seien auf dem Friedhof per Gesetz verboten. 

Ein Trump-Sprecher schrieb auf der Plattform X, ein Fotograf sei zugelassen gewesen. In einer Stellungnahme für NPR erklärte dieser weiter, der Friedhofsmitarbeiter habe wohl «an einer psychischen Störung» gelitten und sich Mitgliedern des Trump-Teams physisch in den Weg gestellt.

https://x.com/TheStevenCheung/status/1828575389783933439

Das Wahlkampfteam von Trump veröffentlichte auf X auch eine Erklärung von den Familien der in Afghanistan getöteten Soldaten, die dem Republikaner für seinen Besuch dankten. Sie hatten der Teilnahme eines Fotografen zugestimmt, und das Verhalten von Trump und seinem Team war äußerst respektvoll.

https://x.com/TrumpWarRoom/status/1828634037591720433

 

Später veröffentlichte Trump auf sozialen Medien einen Videoclip von dem Besuch, in dem er erneut den Afghanistan-Abzug unter der Regierung von Demokrat Joe Biden als Desaster bezeichnete. Eine liberale Veteranen-Organisation, die den Demokraten nahesteht, kritisierte dies scharf und beklagte, dass Trump sich nur dann um getötete Soldaten kümmere, wenn er dies zu seinem eigenen Vorteil nutzen könne. Auch andere äußerten Kritik.

Trump hat sich in der Vergangenheit vielfach mit abfälligen Kommentaren über Soldaten und Veteranen hervorgetan. Erst vor wenigen Tagen hatte er bei einem Auftritt gescherzt, dass die höchste zivile Auszeichnung im Land deutlich besser sei als die höchste militärische Auszeichnung – denn deren Empfänger seien «entweder in sehr schlechtem Zustand, weil sie so oft von Kugeln getroffen wurden, oder sie sind tot». 

dpa