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Deutschland weiterhin eines der korruptionsärmsten Länder weltweit

Deutschland belegt unverändert den neunten Platz im Korruptionswahrnehmungsindex 2023, mit dem gleichen Wert wie vor zehn Jahren.

Deutschland liegt im Korruptionswahrnehmungsindex auf dem neunten Platz.
Foto: picture alliance / Franziska Kraufmann/dpa

Deutschland gehört im weltweiten Vergleich weiterhin zu den zehn Staaten mit der geringsten Korruption. Das geht aus dem «Korruptionswahrnehmungsindex 2023» hervor, den die Organisation Transparency International veröffentlicht hat. In dem internationalen Ranking, das auf Einschätzungen von Führungskräften, Experten und Institutionen beruht, liegt die Bundesrepublik unverändert auf dem neunten Platz.

Mit 78 von 100 möglichen Punkten erreicht Deutschland exakt den gleichen Wert wie vor zehn Jahren. Damit trete man bei der Korruptionsbekämpfung mehr oder weniger auf der Stelle, bemängelte die stellvertretende Vorsitzende von Transparency Deutschland, Margareta Bause. «Obwohl Deutschland das Problem der Korruption verhältnismäßig gut im Griff hat, gibt es einige offene Flanken.»

Dänemark an der Spitze, Ungarn abgerutscht

Dänemark bleibt mit dem Bestwert von 90 Punkten weiterhin an der Spitze, gefolgt von Finnland, Neuseeland und Norwegen. Allerdings erreichen zwei Drittel der 180 untersuchten Länder weniger als 50 von 100 Punkten. Am Ende der Liste befinden sich Krisenstaaten wie Syrien, Venezuela und Somalia.

«Wo der Rechtsstaat, unabhängige Medien und zivilgesellschaftliche Gruppen geschwächt werden, dort blüht die Korruption», erklärte Transparency-Chefin Alexandra Herzog und verwies etwa auf Ungarn: Unter der Führung von Viktor Orban ist das Land auf Platz 76 abgerutscht. Ungarn steht damit so schlecht da wie kein anderer EU-Staat.

Einige Schlupflöcher

Transparency sieht jedoch auch in Deutschland Verbesserungsbedarf: Es müssen beispielsweise Maßnahmen ergriffen werden, um strafrechtlich besser gegen Fälle von Abgeordnetenbestechung vorgehen zu können. Die SPD, Grüne und FDP hatten bereits im Koalitionsvertrag vereinbart, den Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung und -bestechlichkeit effektiver zu gestalten. Allerdings lässt die Umsetzung dieser Maßnahme auf sich warten. Darüber hinaus fordert Transparency ein verbessertes Lobbyregister, das den konkreten Einfluss von Lobbyisten auf die Gesetzgebung deutlich macht.

Für den jährlich erscheinenden «Korruptionswahrnehmungsindex» werden Daten und Ergebnisse von zwölf unabhängigen Institutionen zusammengeführt, die sich auf die Analyse von Regierungsführung und Wirtschaftsklima spezialisiert haben. Zu den Quellen gehören unter anderem Untersuchungen und Befragungen der Bertelsmann Stiftung, der Afrikanischen Entwicklungsbank und des Weltwirtschaftsforums.

dpa