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Ex-Informant des FBI festgenommen wegen erfundenen Korruptionsvorwürfen gegen Hunter Biden und dessen Vater

Angeklagter droht bis zu 25 Jahre Haft, Beweise für Vorwürfe fehlen, Anwalt spricht von Verschwörungen

Präsidentensohn Hunter Biden vor dem US-Kapitol.
Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa

Gemäß Medienberichten wurde ein ehemaliger FBI-Informant in den USA festgenommen, weil er angeblich Korruptionsvorwürfe gegen Präsidentensohn Hunter Biden und seinen Vater erfunden haben soll. Der 43-jährige Mann wurde am Flughafen von Las Vegas in Gewahrsam genommen, wie das Justizministerium berichtet.

Ihm werde unter anderem zur Last gelegt, angebliche Millionenzahlungen eines ukrainischen Energieunternehmens an Hunter und Joe Biden erfunden zu haben. «Die Geschichte des Angeklagten gegenüber dem FBI war eine Erfindung», heißt es demnach in der Anklage, die von dem im Fall Hunter Biden vom Justizministerium eingesetzten Sonderermittler David Weiss angestrengt worden sei. Sollte er verurteilt werden, drohten ihm bis zu 25 Jahre Haft.

So habe der Informant seinerzeit erzählt, seine Kontakte in dem ukrainischen Unternehmen hätten ihm gesagt, dass Hunter Biden und sein Vater 2015/2016 je fünf Millionen Dollar erhalten hätten, um den Konzern «vor allen möglichen Problemen zu schützen». In Wirklichkeit habe der Informant erst 2017 Kontakte zu dem Unternehmen gehabt. Diese seien auch völlig gewöhnlich gewesen, er habe sie erst später in Gespräche zu angeblichen Bestechungsgeldern für die Bidens verwandelt.

Zwischen 2014 und 2019 hatte Hunter Biden eine gut bezahlte Position im Aufsichtsrat des ukrainischen Energieversorgers. Sein Vater war bis Ende 2016 maßgeblich für die US-Politik gegenüber der Ukraine verantwortlich, als Vizepräsident.

Republikaner treiben Amtsenthebungsverfahren voran

Die Geschäfte von Hunter Biden, der sich unter anderem wegen möglicher Steuerdelikte vor Gericht verantworten muss, werden wiederholt mit seinem Vater in Verbindung gebracht. Die Republikaner im Repräsentantenhaus treiben Untersuchungen für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Joe Biden voran. Sie beschuldigen den demokratischen Präsidenten, sein öffentliches Amt zum finanziellen Vorteil seiner Familie missbraucht zu haben.

Bisher haben sie jedoch keine eindeutigen Beweise für ein schweres Fehlverhalten vorgelegt. Es ist fraglich, ob es am Ende tatsächlich zu einem Amtsenthebungsverfahren kommen könnte. Joe Biden plant, bei den US-Wahlen im November für eine zweite Amtszeit anzutreten.

Hunter Bidens Anwalt Abbe Lowell sagte nach Bekanntwerden der Anklage gegen den ehemaligen Informanten, dies sei der Beweis dafür, dass die Vorwürfe gegen seinen Mandanten frei erfunden seien: «Seit Monaten haben wir gewarnt, dass die Republikaner ihre Verschwörungen zu Hunter und seiner Familie nicht auf Fakten aufgebaut haben, sondern auf Lügen, die von Leuten mit politischen Absichten erzählt wurden. Wir hatten recht, und die Luft aus deren Ballon ist nun raus.».

dpa