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Krah fordert Ex-Mitarbeiter zum AfD-Austritt auf

AfD-Politiker Maximilian Krah tritt nach der Festnahme eines Mitarbeiters wegen mutmaßlicher China-Spionage nun auch wieder öffentlich in Erscheinung. Seinem Ex-Mitarbeiter rät er zum Parteiaustritt.

Maximilian Krah ist erstmals nach Bekanntwerden des Spionagefalls bei seinem Mitarbeiter wieder öffentlich aufgetreten. Hier bei einer AfD-Kundgebung in Chemnitz.
Foto: Sebastian Willnow/dpa

Nach der Festnahme seines Mitarbeiters Jian G. hat der Europa-Spitzenkandidat der AfD, Maximilian Krah, diesen aufgefordert, aus der AfD auszutreten. «G. sollte die AfD umgehend verlassen, schon um weiteren Schaden abzuwenden. Tut er das nicht, ist ein Parteiausschlussverfahren unvermeidlich», sagte Krah der «Welt». 

Jian G. wurde Anfang der letzten Woche in Dresden wegen des mutmaßlichen Spionageverdachts für China festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, in einem besonders schweren Fall Agententätigkeit für einen ausländischen Geheimdienst begangen zu haben. Er soll Informationen über Verhandlungen und Entscheidungen im Europaparlament weitergegeben und chinesische Oppositionelle ausspioniert haben. Krah hatte daraufhin angekündigt, sich sofort von dem Mitarbeiter zu trennen.

Krah: Jian G. arbeitete still und effizient

«Jian G. hat für mich hauptsächlich aus Brüssel gearbeitet und die Arbeit in den Ausschüssen für internationalen Handel, Verkehr und Tourismus sowie für regionale Entwicklung vorbereitet. Er arbeitete still und effizient. Seit seiner Festnahme hatten wir keinen Kontakt mehr», sagte er «Welt». Er habe von Kontakten zur taiwanesischen Vertretung, in die chinesische Botschaft und die chinesische Opposition gewusst. «Allerdings nicht in dem nun bekannten Ausmaß, ein Widerspruch ist mir daher nicht aufgefallen.»

G. war vor seiner Zeit in der AfD auch «einige wenige Jahre» Mitglied der SPD, wie Generalsekretär Kevin Kühnert in der ntv-Sendung «beisenherz» bestätigt hatte – nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» bis 2015. Er habe dort keine Ämter und Funktionen gehabt, sagte Kühnert.

Nach der Festnahme des Mitarbeiters verzichtete Krah vorübergehend auf Wahlkampfauftritte und trat dann am 1. Mai in seinem Heimatbundesland Sachsen in Chemnitz und Dresden erneut auf. Das AfD-Bundesvorstandsmitglied wird auch selbst wegen möglicher Russland- und China-Verbindungen untersucht. Medienberichten zufolge prüft die Staatsanwaltschaft Dresden mögliche Geldzahlungen und ob Ermittlungen eingeleitet werden sollen.

dpa