Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Kramp-Karrenbauer gewinnt gegen Merz-Kandidaten

Es ist eine bittere Schlappe für Kanzler Merz: Bei der Vorsitzenden-Wahl der Adenauer-Stiftung fällt sein Kandidat durch. Gewinnerin ist eine Frau, gegen die er schon einmal verloren hat.

Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich in einer Kampfabstimmung durchgesetzt.
Foto: Michael Kappeler/dpa

Annegret Kramp-Karrenbauer, die ehemalige CDU-Chefin und Verteidigungsministerin, wurde zur neuen Vorsitzenden der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung gewählt. In einer Mitgliederversammlung setzte sie sich in einer Kampfabstimmung im ersten Wahlgang gegen den einflussreichen Bundestagsabgeordneten Günter Krings durch, der von Bundeskanzler Friedrich Merz nominiert worden war. Dies stellt auch eine bittere Niederlage für den Regierungschef und CDU-Vorsitzenden dar.

Die 63-jährige Saarländerin, die meist kurz AKK genannt wird, erhielt laut Angaben im ersten Wahlgang 28 Stimmen und Krings 21 Stimmen. Es gab eine Enthaltung. Kramp-Karrenbauer tritt somit die Nachfolge von Norbert Lammert an. Der frühere Bundestagspräsident hatte im September erklärt, den Vorsitz nach acht Jahren abgeben zu wollen. Er ist im November 77 geworden.

Erste Kampfabstimmung in 70 Jahren

Zum ersten Mal in der 70-jährigen Geschichte der Konrad-Adenauer-Stiftung wurde in einer Kampfabstimmung über den Vorsitz entschieden. Mit Kramp-Karrenbauer setzte sich die deutlich bekanntere Kandidatin durch. Die ehemalige saarländische Ministerpräsidentin war von 2019 bis 2021 Verteidigungsministerin in der schwarz-roten Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel. Im Jahr 2018 gewann sie in einer Kampfabstimmung gegen Merz den CDU-Vorsitz und führte die Partei zwei Jahre lang an, bevor Merz seit Anfang 2022 den Vorsitz innehat.

Merz sprach sich im November für Krings aus 

Der Kanzler hatte sich Mitte November in einem Brief an Lammert für Krings als Vorsitzenden ausgesprochen. Darin lobt er die national und international «umfangreiche Erfahrungen in vielen Bereichen der Politik und der Wissenschaft». Der 56-Jährige gehört dem Bundestag seit 2002 an, ist stellvertretender Fraktionschef für die Fachbereiche Inneres und Recht und Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen in der Unions-Fraktion, der größten Landesgruppe der CDU im Bundestag. 

Die weltweit agierende Stiftung ist nach dem ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer benannt, der von 1949 bis 1963 regierte. Laut eigenen Angaben hat die Stiftung mit Hauptsitz in Berlin und Sankt Augustin bei Bonn 95 Auslandsbüros, die Projekte in über 100 Ländern betreuen. In Deutschland konzentriert sie sich auf politische Bildung sowie die Erforschung und Dokumentation der Entwicklung der Christdemokratie.

dpa