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Krankenhaus: Polio-Impfkampagne in Gaza beginnt

Hunderttausende Kinder sollen in Gaza geimpft werden. Dafür will Israels Armee nun zeitweise in einigen Gebieten ihre Kampfhandlungen unterbrechen. Eine klassische Waffenruhe sei das nicht, heißt es.

Hunderttausende Kinder sollen im Gazastreifen gegen Polio geimpft werden. (Archivbild)
Foto: Mohammed Talatene/dpa

Im Gazastreifen hat laut Krankenhausangaben eine Kampagne zur Impfung von Hunderttausenden Kindern gegen das Polio-Virus begonnen. Ein Sprecher des Krankenhauses in Deir al-Balah sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass zunächst in verschiedenen Zentren und Schulen im zentralen Abschnitt des Küstenstreifens geimpft werde. Dies schließe auch mehrere Flüchtlingsviertel in der Region ein.

Die israelische Armee plante, zeitlich und räumlich begrenzte Kampfpausen während der Impfkampagne im Gazastreifen einzulegen, die insgesamt etwa eine Woche dauern soll und auf andere Gebiete ausgeweitet werden soll.

Kliniken, Arztpraxen und mobile Teams sollen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 640.000 Kinder im Gazastreifen gegen das hochansteckende Virus impfen, das zu den für Polio typischen Lähmungen führen kann. Üblicherweise werden zwei Impfdosen im Abstand von vier Wochen verabreicht.

Nachdem vor kurzem der erste Fall von Kinderlähmung seit 25 Jahren im umkämpften Palästinensergebiet aufgetreten ist, zielt die Impfkampagne darauf ab, einen massiven Ausbruch der Krankheit zu verhindern.

Während einer Pressekonferenz der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen erhielten einige Kinder bereits vor dem offiziellen Beginn der Kampagne eine erste Impfung. Die WHO bezeichnete dies als Eröffnungszeremonie.

Das israelische Militär hat in der Vergangenheit mehrmals längere Pausen seiner Operationen im Gazastreifen angekündigt, meist um die Lieferung von Hilfsgütern zu ermöglichen. Es war zunächst unklar, ob der Fund der Leichen von sechs Geiseln im Gazastreifen durch die israelische Armee Auswirkungen auf die Ankündigungen von Kampfpausen haben würde.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor laut seines Büros betont, dass es sich bei den geplanten Kampfunterbrechungen nicht um eine herkömmliche Waffenruhe handeln solle. Es würden lediglich sichere Gebiete für die Impfungen und einen humanitären Korridor eingerichtet, den die Menschen auf dem Weg zu den Impfungen gefahrlos passieren könnten.

dpa