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Gewaltausbrüche in Nordirland halten an

Polizisten verletzt, Festnahme nach Angriff mit Feuerwerkskörpern und Molotow-Cocktails. Demonstrationen gegen rechte Gewalt in Belfast und London.

Tausende Menschen haben in den vergangenen Tagen in Belfast gegen rechte Gewalt demonstriert. (Archivbild)
Foto: Mark Marlow Media Assignments/PA Wire/dpa

In Nordirland kam es erneut zu Unruhen. Zehn Polizisten wurden verletzt, als sie in Londonderry (auch Derry genannt) mit Feuerwerkskörpern, Molotow-Cocktails und anderen Wurfgeschossen angegriffen wurden. Es gab eine Festnahme.

Superintendent William Calderwood von der Polizei in Nordirland bezeichnete die Szenen in einer Mitteilung als «abscheulich» und fügte hinzu: «Wir können Ihnen versichern, dass robuste Ermittlungen in die Wege geleitet wurden und wir alle Verantwortlichen für diese Gewalt zur Rechenschaft ziehen werden.»

15.000 demonstrieren in Belfast gegen rechte Gewalt

Nach den rechtsextremen Ausschreitungen ist es in England größtenteils ruhig geblieben, aber in der ehemaligen Bürgerkriegsregion Nordirland haben die Krawalle in den letzten Tagen weiterhin stattgefunden.

In der Nacht zum Samstag wurde eine Moschee in der Nähe der Hauptstadt Belfast Ziel eines gescheiterten Brandanschlags. In Belfast selbst wurden mehrere Autos angezündet. Dort wurden fünf Menschen festgenommen.

Am Samstag gingen laut Schätzungen 15.000 Menschen in Belfast auf die Straße, um gegen rechte Gewalt zu demonstrieren.

Laut BBC zogen in London etwa 5.000 Gegner von Rassismus und rechter Gewalt durch das Regierungsviertel und protestierten vor der Zentrale der rechtspopulistischen Partei Reform UK. Weitere Demonstrationen gegen Rechts fanden unter anderem in Newcastle, Birmingham, Liverpool, Cardiff und Glasgow statt.

Beinahe 800 Menschen wurden festgenommen

Die Unruhen in englischen Städten hatten das Land zuvor tagelang in Atem gehalten. Es kam zu Angriffen auf Sicherheitskräfte, Unterkünfte für Asylbewerber und auf Moscheen und Läden.

Bislang wurden fast 800 Personen festgenommen, die an den Ausschreitungen beteiligt waren oder zu Gewalt aufgerufen hatten, sei es auf der Straße oder im Internet. Etwa 350 von ihnen wurden bereits angeklagt und einige von ihnen zu teilweise mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die Regierung schreibt das Nachlassen der Krawalle der schnellen Reaktion der Strafverfolgungsbehörden zu. Dennoch verschob Premierminister Keir Starmer laut BBC einen geplanten Familienurlaub. Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds versprach Unternehmern, deren Geschäfte bei den Ausschreitungen beschädigt oder geplündert wurden, schnelle Hilfe.

„Die Veranstaltung findet am 15. Mai um 14:00 Uhr im Konferenzraum statt.“

dpa