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Krawalle in Turin: Mehr als 100 Verletzte

In der norditalienischen Großstadt protestieren Tausende gegen die Schließung eines linken Kulturzentrums. Es kommt zu schweren Ausschreitungen.

Mindestens elf Polizisten wurden bei den Krawallen verletzt.
Foto: Marco Alpozzi/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Es gab schwere Krawalle bei Protesten gegen die Schließung eines linken Kulturzentrums in Turin. Laut Behörden wurden über 100 Sicherheitskräfte bei den Auseinandersetzungen mit teils vermummten Demonstranten verletzt.

Laut Bericht wurden zehn Personen festgenommen, bei zwei wurde Haftbefehl erlassen. Es gab zunächst keine genaueren Angaben zur Anzahl der verletzten Demonstranten.

Die Proteste waren gegen die Räumung des Kulturzentrums Askatasuna gerichtet, das kurz vor Weihnachten in Turin ein Treffpunkt der linken Szene war. Etwa 15.000 Menschen beteiligten sich am Samstag an einer Demonstration durch die Innenstadt. Es waren auch viele Palästinenserfahnen zu sehen. Zunächst verlief alles friedlich, dann kam es zu den Krawallen.

Demonstranten gehen mit Hammer auf Polizisten los

Steine, Molotowcocktails und andere Gegenstände wurden aus der Menge in Richtung der Polizei geworfen. Mehrere Müllcontainer brannten. Ein Einsatzwagen stand ebenfalls in Flammen. Die Ordnungskräfte griffen zu Tränengas und Wasserwerfern. Ein Demonstrant wurde mit Kopfverletzungen abtransportiert.

In einem Video ist zu erkennen, wie ein Polizist am Boden von Vermummten getreten und geschlagen wird. Dabei wurde auch ein Hammer benutzt. Der 29-jährige Mann wurde laut Behördenangaben schwer verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

Aus der Politik wurden die Krawalle verurteilt. Die rechte Dreier-Koalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach von einem «Angriff auf den Staat». Meloni selbst sprach von versuchter Tötung. Aus der linken Szene kommen immer wieder Vorwürfe, dass die Behörden hart gegen linke Einrichtungen vorgehen, gegen die Besetzung von Häusern durch Rechte aber nichts unternehmen.

dpa