In der norditalienischen Großstadt protestieren Tausende gegen die Schließung eines linken Kulturzentrums. Es kommt zu schweren Ausschreitungen.
Krawalle in Turin: Mehr als 30 Verletzte

Bei Protesten gegen die Schließung eines linken Kulturzentrums in der norditalienischen Großstadt Turin ist es zu schweren Krawallen gekommen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und teils vermummten Demonstranten wurden nach Angaben der Behörden mindestens 31 Polizisten verletzt. Zehn Menschen wurden demnach festgenommen. Zur Zahl der verletzten Demonstranten gab es zunächst keine Angaben.
Die Proteste richteten sich gegen die Räumung des Kulturzentrums Askatasuna kurz vor Weihnachten, das in Turin über Jahrzehnte hinweg ein Treffpunkt der linken Szene war. Nach Schätzungen beteiligten sich am Samstag etwa 15.000 Menschen an einer Demonstration durch die Innenstadt. Dabei waren auch zahlreiche Palästinenserfahnen zu sehen. Anfangs verlief alles friedlich. Dann kam es zu den Krawallen.
Demonstranten gehen mit Hammer auf Polizisten los
Aus der Menge flogen Steine, Molotowcocktails und andere Gegenstände in Richtung der Polizei. Mehrere Müllcontainer standen in Brand. Auch ein Einsatzwagen brannte. Die Ordnungskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Ein Demonstrant wurde mit Kopfverletzungen weggebracht. Auf einem Video ist zu sehen, wie ein am Boden liegender Polizist von Vermummten mit Fußtritten traktiert und geschlagen wird. Dabei ist auch ein Hammer im Einsatz.
Aus der Politik wurden die Krawalle verurteilt. Die rechte Dreier-Koalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach von einem «Angriff auf den Staat». Aus der linken Szene kommen immer wieder Vorwürfe, dass die Behörden hart gegen linke Einrichtungen vorgehen, gegen die Besetzung von Häusern durch Rechte aber nichts unternehmen.








