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100 Verletzte bei erneuten Explosionen im Libanon

Nachdem bei zahlreichen Pager-Explosionen am Dienstag im Libanon Tausende Menschen verletzt wurden, sind erneut elektronische Geräte an mehreren Orten gleichzeitig explodiert.

Verletzte werden in Kliniken gebracht.
Foto: Marwan Naamani/dpa

Bei erneuten Explosionen zahlreicher elektronischer Geräte sind im Libanon nach Behördenangaben mindestens 100 Menschen verletzt worden. Das libanesische Gesundheitsministerium teilte zudem mit, dass dabei am Mittwoch mindestens ein Mensch getötet wurde. Libanesische Sicherheitskreise hatten der Deutschen Presse-Agentur zuvor berichtet, dass Funkgeräte von Hisbollah-Mitgliedern explodiert seien. Aus Kreisen der schiitischen Miliz hieß es ebenfalls, «drahtlose Geräte wie Walkie-Talkies» seien explodiert. 

Augenzeugen im südlichen Vorort Beiruts berichteten: «Wir hören die gleichen Geräusche wie gestern.» Zeitgleich fanden dort Beerdigungen von Mitgliedern der Schiitenorganisation statt, die am Vortag durch explodierende Pager, also tragbare Funkempfänger, getötet wurden. Der hochrangige Funktionär der Hisbollah, Hashim Safieddine, sagte als Reaktion auf die explodierten Pager vom Vortag: «Diese Aggression hat ihre eigene Strafe und Vergeltung, und die Strafe wird kommen.»

In sozialen Medien wurde festgehalten, wie sich Panik während der Beerdigungszeremonie ausbreitete, als Knallgeräusche zu hören waren. Auch in der Hafenstadt Tyrus im Süden des Landes waren Explosionsgeräusche zu hören, wie vor Ort berichtet wurde. Es wurden zahlreiche Krankenwagen dorthin entsandt.

Am Dienstag explodierten gleichzeitig an mehreren Orten im Libanon hunderte Pager, die Menschen unter anderem in ihren Hosentaschen hatten. Dabei wurden etwa 2.800 Menschen verletzt und mindestens zwölf starben an ihren Verletzungen. Unter den Verletzten sollen viele Kämpfer der pro-iranischen Hisbollah sein, die vom Libanon aus gegen Israel kämpft. Daher besteht der Verdacht, dass Israel den Angriff gesteuert hat. Israels Armee wollte die neue Welle an Explosionen auf Anfrage erneut nicht kommentieren.

Das israelische Militär hat bestätigt, dass mehr als 30 Geschosse aus dem Libanon auf Israel abgefeuert wurden. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte.

[Explosionen in Libanon: 100 Verletzte und ein Toter bei Angriff auf Hisbollah-Mitglieder],Augenzeugen berichten von Panik während Beerdigungen, Hisbollah warnt vor Vergeltung nach explodierten Pager.

dpa